24 Stunden rund ums Hörbuch: Seit heute sendet „hörbuchFM“ im Internet

Das neue Internet-Format

Ein weiteres Hörbuch-Radio buhlt um die Gunst von Literaturfreunden: Ab heute, 12 Uhr, sendet www.hoerbuchfm.de rund um die Uhr einen Online-Stream, der moderierte Sendungen sowie Ausstrahlungen von Hörbüchern vorsieht. Das Programm sei professionell, betonen die Veranstalter der apparat multimedia gmbh und die fabrik neue medien gmbh, die für hörbuchFM sogar prominente Moderatoren wie Peter Illmann gewinnen konnten.

Beide Berliner Unternehmen sind seit Jahren für verschiedene Hörbuchverlage tätig, wobei apparat multimedia zusätzlich als Entwicklungs- und Produktionsfirma von Radioformaten über eine langjährige Hörfunkerfahrung verfügt. Die Idee zu einem Online-Radio, das sich thematisch dem Bereich Hörbuch und seinen verschiedenen Gattungen widme, stamme ursprünglich aus der Hörbuchgemeinde selbst, erklärt Gerhart Skuppin, Redaktionsleiter bei apparat multimedia: „Lange Zeit aber fehlte es am couragierten Entschluss zu einem reinem Wortprogramm im Internet. Wir alle in der Redaktion sind sozusagen Überzeugungstäter und glauben an die Faszination des gesprochenen Wortes.“

Gerhart Skuppin

Schon jetzt ist das Programmangebot (www.hoerbuchfm.de/programm) breit gefächert: Elf Rubriken zu unterschiedlichen Genres füllen die täglichen 24 Stunden abwechslungsreich – darunter auch drei journalistische Magazine. Sabine Fischer begrüßt wöchentlich im Büchertalk „Exlibris“ einen prominenten Gast und unterhält sich mit ihm über dessen Lieblings(hör)bücher, in „Lauschkultur“ informiert Anja Goerz über Neuigkeiten aus dem Hörbuchbereich, und der früher von der ARD-Musiksendung „Formel Eins“ bekannte Moderator Peter Illmann präsentiert die Krimi-Show „Formel Mord“. Alle Sendungen im Überblick: www.hoerbuchfm.de/sendungen.

„HörbuchFM verfügt über ein siebenköpfiges Redaktionsteam, das sowohl aus erfahrenen als auch angehenden Journalisten besteht“, erklärt Skuppin. Unterstützung erhalte es durch freie Mitarbeiter, ein Studioteam sorge für die professionelle Umsetzung bei der Realisierung der Produktion. „Tür an Tür mit der Redaktion sitzen auch die Web-Entwickler, die an der technischen Umsetzung des Radios im Internet und auf mobilen Endgeräten arbeiten.“

Da die Nutzerzahl bei Webradios seit Jahren kontinuierlich steigt und laut ARD/ZDF-Onlinestudie 2009 schon bei elf Millionen Deutschen liegt, ist die Hoffnung der Macher groß, eine breite Hörerschaft anzusprechen. Mehrere tausend Hörer pro Tag will hörbuchFM innerhalb der ersten sechs Monate erreichen – weltweit als direkt aufrufbarer Live-Stream sowie über eine kostenlose App für iPhone & Co.

„Das Radio wird sich journalistisch unabhängig mit dem Thema Hörbuch und Buch auseinandersetzen“, verspricht Gerhart Skuppin und hofft auf die Finanzierung durch Werbepartner: „Dazu gehören natürlich auch die Hörbuchverlage, die von der fokussierten Zielgruppenansprache profitieren können.“

Allerdings ist HörbuchFM nicht allein auf dem Markt – und auch nicht das erste Hörbuchradio Deutschlands. Bereits vor Jahren betrieb der Unterhaltungselektronik-Hersteller TechniSat gleich vier echte Radiosender, die europaweit über Astra-Satellit verbreitet wurden und neben Hörbüchern auch Info-Sendungen ausstrahlten. Mangels Nachfrage am gesamten Pay-Radio-Paket von TechniSat, zu dem noch zahlreiche weitere Sender gehörten, wurden auch die Hörbuchsender im Sommer 2008 eingestellt.

In der Community der Liebhaber von Hörspielen, der so genannten Königsklasse des Hörbuchs, ist ein Internet-Stream als „Radio“ im weitesten Sinne bereits erfolgreich, jedoch ohne redaktionelle Beiträge: Auf www.hoerspiel-premiere.de, einem Angebot des Hörspielforums www.hoerspieltalk.de, werden rund um die Uhr (kostenlos als Marketinginstrument) neue Hörspiele von kleinen und großen Verlagen ausgestrahlt – von Highscore Music bis zum Hörverlag.

„Die beste Werbung für einen Radiosender ist ein qualitativ hochwertiges Programm“, resümiert Gerhart Skuppin von hörbuchFM. „Deshalb ist es unser Ziel, anspruchsvoll zu unterhalten und unterhaltsam zu informieren. Ob dies gelingt, muss jeder Hörer immer wieder für sich selbst neu entscheiden.“

rw

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