Ergebnisse des Arbeitskreises Hörbuchverlage vom 5. März 2004

Vielfältige Ideen und Aktionen sind wieder einmal das Ergebnis der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises Hörbuchverlage am vergangenen Freitag beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt.

Neben einem gemeinsamen Brainstorming-Wochenende für gemeinsame Maßnahmen rund ums Hörbuch beschloss man unter anderem, die feste Einrichtung der erfolgreichen Hörproben-CD, die auch in Leipzig wieder in großer Stückzahl an Messegänger verteilt werden soll. Der Hörbuchgemeinschaftsstand zählt dieses Jahr 60 Ausstellungselemente (ein Drittel mehr als 2004), wobei 43 Verlage vertreten sind. Hörstationen – gesponsert von der Firma NoloDesign – machen jeden auf der Buchmesse ausgestellten Hörbuchtitel auf komfortable Weise anspielbar.

Ebenfalls zur festen Einrichtung scheint sich das Hörbuch-Kompaktseminar zu entwickeln, das erstmals Mitte Februar an der Buchhändlerschule in Frankfurt-Seckbach angeboten wurde.
Referenten des Arbeitskreises vermittelten ehrenamtlich Zahlen, Daten, Fakten rund ums Hörbuch und krönten das Hörbuch-Wochenende mit einem nicht ganz ernst gemeinten Casting und anschließender Live-Aufnahme eines Hörspiels. Aufgrund der großen Nachfrage nach Hörbuchwissen ist der nächste logische Schritt, ein solches Angebot als Seminar für Buchhändler ins Leben zu rufen, im Arbeitskreis bereits im Gespräch.

Und noch ein Thema wurde bereits jetzt behandelt, noch ehe es wie in der Musikindustrie zum Problem werden kann: Downloads als Hörbücher der Zukunft. Einige Verlage beschäftigen sich schon mit dieser Vertriebsmöglichkeit, zumal sie von der immer größer werdenden, Hörbuch hörenden Internet-Gemeinde auch zunehmend nachgefragt wird. Chris Voll stellte die von Naxos entwickelte „Spoken Word Library“ vor, in der englischsprachige Hörbücher von Klassikern als Live-Streams abrufbar sind – parallel dazu lässt sich der Volltext mitlesen. Ein echtes Download-Portal wird der innovative Diderot-Verlag aus Rottenburg am Neckar, der auch das erste DVD-Hörbuch auf den Markt gebracht hat, zur Leipziger Buchmesse vorstellen. Beide Services laden die Hörbuchverlage zur Beteiligung ein: „Nur ein attraktives Angebot zu fairen Download-Preisen wird von den Hörbuchkäufern angenommen werden“, ist sich Diderot-Chef Harald Rieck sicher.

In diesem Zusammenhang beruhigte der Vortrag von Martin Steinebach des Fraunhofer-Instituts in Darmstadt die anwesenden Verlagsmitarbeiter, was mögliche illegale Kopien ihrer Hörbücher betrifft: Digitale Audio-Wasserzeichen lassen sich unhörbar und manipulationssicher in CDs und Tracks integrieren. Vorabkopien zum Beispiel können so jederzeit identifiziert und zum ersten Besitzer zurückverfolgt werden – es scheitert sogar der Versuch, sie über Lautsprecher abzuspielen und einfach per Mikrofon wieder aufzunehmen.

Termine, die sich Hörbuchverlage für eine mögliche Teilnahme im Kalender notieren sollten, sind die Buchhändlertage am 18. und 19. Mai in Bonn sowie der Katholikentag vom 16. bis 20. Juni in Ulm. Bei ersterem präsentiert sich der Arbeitskreis mit einem eigenen Stand für Eigenwerbung, in Ulm dagegen ist eine Mini-Messe für interessierte Hörbuchverlage geplant. Dabei müssen nicht zwingend „christliche“ Hörbücher im Mittelpunkt stehen, ein breiteres Angebot für die sehr Hörbuch-affine Zielgruppe ist sogar erwünscht. Interessenten wenden sich bitte an Cornelia Waldenmaier, Tel. 069/1306-517, E-Mail: waldenmaier@boev.de. Die nächste Sitzung des AK Hörbuch findet am Dienstag, 4. Mai 2004 statt. (rw)

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.