Innsbrucker Verlagsgruppe konzentriert Standort / Dr. Matthias Part soll bald Haymon Leitung übernehmen

Die Verlage Haymon Verlag, Studienverlag, Löwenzahn Verlag und der Literaturverlag Skarabaeus ziehen demnächst von ihren beiden Standorten in der Kochstraße und in der Amraser Straße ins Innsbrucker Stadtzentrum.

Dort werden dann – zwei Stockwerke über der Buchhandlung Wiederin am Sparkassenplatz – Ende November 27 Mitarbeiter ihren neuen Arbeitsplatz haben.

„Die Verlagsgruppe hat heute mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als je zuvor. So stehen dem Haymon Verlag nach der Zusammenlegung größere personelle Ressourcen zur Verfügung als bisher“, betont Markus Hatzer, Chef der Verlagsgruppe: „Innerhalb der Gruppe bleibt Haymon ein in Zielsetzung und Programm eigenständiger Verlag“.

Dafür soll nicht zuletzt der fließende Übergang in der Führung sorgen: Der Haymon-Verleger und für das Programm allein verantwortlich ist weiterhin Dr. Michael Forcher, 64, der den Verlag 1982 gegründet und zu einem der führenden österreichischen Verlage gemacht hat. Ihm zur Seite steht seit der Übernahme der Verlagsanteile, die mehrere Jahre im Besitz der DVA waren, Markus Hatzer, der die wirtschaftlichen Agenden betreut.

An dieser Kompetenzverteilung ändert die Tatsache nichts, dass inzwischen auch die zweiten 50 Prozent des Haymon Verlags in den Besitz des Studienverlags übergegangen sind.

Dr. Matthias Part

Die persönliche Handschrift des Gründers und Verlegers soll auch nach seinem altersbedingten Ausscheiden Ende nächsten Jahres nicht verloren gehen. So wurde in Absprache zwischen Markus Hatzer und Michael Forcher schon jetzt Dr. Matthias Partals Nachfolger gefunden.

Der 41-jährige Oberösterreicher, der seit 1. September für die Innsbrucker Verlagsgruppe aktiv ist und zunehmend speziell im Haymon Verlag an der Seite des Verlegers arbeitet, wird Ende 2006 die Programmleitung bei Haymon übernehmen. Sein beruflicher Werdegang bisher: Part promovierte an der Universität Salzburg über Thomas Bernhard, arbeitete für zahlreiche österreichische und internationale Medien, leitete zwei Jahre lang das Literaturforum Leselampe im Salzburger Literaturhaus und war Mit-Herausgeber der Literaturzeitschrift „Salz“.

Rund zwei Jahre lang leitete er das Literaturnetzwerk Innkreis. Zuletzt arbeitete er fast acht Jahre lang beim A&M Verlagsbuchhandel in Salzburg. Matthias Part war dort bei Österreichs größtem Buch- und Medienversender Programmkoodinator (auch für den Bereich Belletristik) und Leiter der Unternehmenskommunikation. Zudem war er auch als Autor, Lehrbeauftragter an der Universität sowie Vortragender in Bildungseinrichtungen tätig.

Für Michael Forcher ist es „am wichtigsten, dass die Zukunft des Verlags, seine Programmschwerpunkte und sein Niveau gesichert sind“. Neue Akzente, die ein neuer Programmchef unter einem neuen Verleger, als der Markus Hatzer ab 2007 fungieren wird, sind dabei für ihn folgerichtig und wichtig. Forcher: „Das ist mir sogar sehr recht, denn nach so vielen Jahren harter Verlagsarbeit und dem ständigen Kampf ums Geld, der mir ja nie erspart geblieben ist, verliert man doch Energie. So bin ich froh um neue Impulse, und es ist schön, dass ich da noch mitmachen kann. Denn natürlich werde ich dem Haymon Verlag in mancherlei Hinsicht auch nach 2007 erhalten bleiben, werde einige Autorinnen und Autoren betreuen, Lektorate machen, Konzepte erarbeiten und der neuen Verlagsleitung vereinbarungsgemäß beratend zur Seite stehen. So ist es auch für mich persönlich kein abruptes Ende meiner verlegerischen Tätigkeit. Und ich werde auch wieder Zeit haben, selbst als Autor zu arbeiten. Besseres und Schöneres kann man sich einen Tag nach seinem 64. Geburtstag eigentlich nicht wünschen.“

www.haymonverlag.at

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