Gunter Narr Verlag feierte ein Doppeljubiläum / Bilder vom Fest

Mit einem großen Fest am Verlagsstandort im Tübinger Stadtteil Hirschau hat heute Verleger Gunther Narr seinen 70. Geburtstag und das 40. Jubiläum seines Gunther Narr Verlages gefeiert. 210 Gäste waren gekommen, darunter viele Autoren, zahlreiche Verleger und Dienstleister, aber auch Buchhändler.

Narr wirkte unter ihnen nicht wie einer, der auf ein Lebenswerk zurückblickt, sondern eher wie einer, der eine Zwischenstation einlegt. Narr ließ sich von den häufigen Nachfragen, wie lange er sein Verlagsgeschäft noch weiterführen wolle, nicht stören, vielmehr hielt er seine Begrüßung kurz und merkte an, dass er „jetzt lieber feiern und föhlich“ sein wolle als lange Rückblicke zu werfen. Wer etwas über den Verlag erfahren wolle, könne ja in der – ebenso schlicht wie übersichtlich gehaltenen – Festschrift nachlesen.

Dass der Hamburger Literaturhauschef Rainer Moritz bei der Gelegenheit die Festrede hielt, lag nahe. Für Moritz war der Gunther Narr Verlag die erste Station bis er selbst Verleger bei Hoffmann & Campe wurde und jetzt Chef des Literaturhauses in Hamburg wurde. Moritz hielt eine pointiert launige Rede über das Verlegerdasein und wagte Vergleiche mit Bierbrauern und Blumenhändlern. Selbstironisch verstieg er sich zu der Bemerkung, solange ein Verleger noch jammern könne, gäbe es noch Reserven.

Ein Seitenhieb auf die Festschrift? Die beginnt in ihrem Vorwort mit dem Blick auf die vielen Veränderungen und den wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Gegründet wurde der Verlag in einer Zeit als die Universitäten massiv ausgebaut wurden und die Studentenzahl von 200000 im Jahr 1966 auf 600.000 im Jahr 1976 stieg. Außerdem brauchte die Nachkriegszeit ideologisch nicht vorbelastete Studienliteratur. Dafür entdeckte der junge Gunther Narr, der an der Uni Tübingen auch unterrichtete, seine Marktlücke.

Doch gab es auf dem Fest kein Grund zu klagen. „Wir sehen uns in der Medienwende gut aufgestellt, da sind wir an vorderster Front dabei“, so Narr im Gespräch mit buchmarkt.de. Der Narr Verlag sei der erste gewesen, der auf der Homepage Inhalte ausschnittweise zugänglich gemacht habe. Allerdings bedaure er, dass im Buchhandel die starke Präsenz in den Unistädten nachgelassen habe. Der habe den Verkauf vor allem Amazon überlassen. Narr glaube, dass der Buchhandel mit professionellem Marketing gegenüber Universitäten durchaus große Chancen hätte.

Narr selbst wolle die Herausforderungen noch weiter zusammen mit den jungen Mitarbeitern gestalten. „Wann ich aufhöre, kann ich jetzt auf Jahr und Tag noch nicht sagen“, so der Verleger gegenüber buchmarkt.de und: „Ich sehe jedenfalls jetzt noch keinen Anlass dazu“, sagt er.

Auf dem Fest gesichtet wurden Prof. Dr. mult hc Klaus G. Saur, Axel Meffert (Franck Kosmos-Gf), Hubert Klöpfer (Klöpfer & Meier], die Familien Christian und Hermann Arndt Riethmüller (Osiandersche Buchhandlung), Volker Hühn (wechselte jürzlich als Gf von UTB zu Theiss), Johannes Scherer und Conrad Wittwer, die auch den Landesverband es Börsenvereins Baden-Würtemberg vertraten und Andreas Patzner kam als Vertreter der ausliefernden Brockhaus Commission.

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