Langenscheidt beteiligt sich bei Könemann

„Als Ludwig Könemann und Andreas Langenscheidt auf der Londoner Buchmesse ihre Köpfe zusammensteckten, da hätten Insider eigentlich aufmerken müssen. Jetzt aber ist auch so klar, was die beiden da in London zu bereden hatten: Die Langenscheidt Verlagsgruppe (knapp 500 Mio. Umsatz) hat sich mehrheitlich (angeblich zu 51 % Prozent) an der Könemann Verlagsgesellschaft beteiligt, die im letzten Jahr rd. 220 Mio Umsatz erwirtschaftet hat. Anvisiert hatte Ludwig Könemann für seinen Verlag allerdings 260 Mio. Mark Umsatz für das Jahr 2000 – einer der Gründe, warum sein schnell gewachsenes Unternehmen ins Schleudern geraten ist. Könemann führte den dramatischen Umsatzeinbruch auf peinliche Pannen bei der Zusammenführung seiner diversen Außenläger zurück – das aber ging Hand in Hand mit einem allgemeinen Rückgang des Sonderausgaben-Marktes und zunehmender Konkurrenz aus „seinem“ Markt (etwa monte von DuMont oder @books von GU). Dass sich Langenscheidt an Könemann beteiligt, ist allerdings mehr als nur eine Überraschung: Eigentlich hatte die Branche damit gerechnet, dass DuMont als neuer Mehrheitsgesellschafter bei Könemann einsteigen würden. Es soll sogar schon einen „Letter of Intent“ gegeben haben. Und auch die angekündigte Aufteilung des DuMont Buchverlages auf künftig drei selbständig agierende Verlage galt als Beleg dafür, dass im Bereich Monte künftig Könemann integriert werden sollte, ohne dass damit die anderen Verlagsteile belastet würden. Erleichterung übrigens bei den Wettbewerbern, dass Könemann einen starken Partner gefunden hat. Man fürchtete, dass sein riesiges Programm mit einem Schlag auf den Markt schwappen und den MA-Markt auf einen Schlag verstopfen würde. Denn seit Monaten liefen Gerüchte über finanzielle Schwierigkeiten von Könemann um. Die Finanzierungslücke des 1993 erst gegründeten Unternehmens, das Ludwig Könemann schon nach sechs Jahren in die Top Ten der umsatzstärksten deutschen Verlage gepusht hatte, war allerdings beträchtlich: Man redet von aufgelaufenen Verbindlichkeiten von rund 200 Mio. Mark. „

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