Buchpaten sollen den Start des neuen Labels „Heyne Encore“ begleiten – warum?

Mit Heyne Encore hat der Heyne-Verlag ein neues Hardcover-Label geschaffen, das sich „origineller, anspruchsvoller Unterhaltungsliteratur und besonderer Sachbücher abseits des Mainstreams annimmt“ – so lautet jedenfalls das Konzept von Markus Naegele, dem Verlagsleiter Heyne Encore und Heyne Hardcore.

Wir sprache mit ihm über seine Idee, für die Reihe Buch-Paten zu finden und die Titel damit ins Gespräch zu bringen

BuchMarkt: Warum eigentlich ein weiteres Label Heyne Encore?

Markus Naegele

Markus Naegele: Mit Heyne Encore haben wir im Heyne-Programm ein neues Hardcover-Label geschaffen, das sich origineller, anspruchsvoller Unterhaltungsliteratur und besonderer Sachbücher abseits des Mainstreams annimmt. Im regulären Heyne-Hardcover haben es diese Bücher neben den Großkalibern wie Stephen King, John Grisham oder Nicholas Sparks oft schwer, die verdiente Aufmerksamkeit zu bekommen. Bei Encore können sie ihr Potenzial hoffentlich besser entfalten.

Wie arbeitet das CORE-Team?

Der Verlagsbereich Heyne CORE umfasst die Labels Heyne Encore und Heyne Hardcore, das bereits seit vielen Jahren besteht. Für diesen neu geschaffenen Bereich bin ich als Verlagsleiter zuständig. Im Lektorat arbeite ich mit drei weiteren Lektoren, die auch noch in anderen Abteilungen aktiv sind. In der Presse und im Veranstaltungsbereich konzentrieren sich je eine Kollegin auf das CORE-Programm, dazu gibt es im Vertrieb eine Verlagsbetreuerin. Und wir arbeiten mit einer externen Beraterin, die uns in Sachen Marketing unterstützt.

Hinten v.l.n.r: Ulle Bourceau, Markus Naegele, Oskar Rauch, Tanja Plodeck, Kirsten Naegele
Vorne v.l.n.r: Gabi Beusker, Carolin Assmann, Tim Müller

Wer hatte die Idee, es mit Buch-Paten zu versuchen?

Die Idee hatte ich und sie ist im Grunde ja auch nicht wirklich neu. Letztlich geht es uns darum, für die Bücher und das Label Unterstützer und Sympathisanten zu finden. Wir wollen mit Qualität und nicht mit heißer Marketingluft überzeugen. Es ging uns nicht darum, Werbeträger „einzukaufen“, sondern Menschen für die Buchprojekte zu gewinnen, die auch dahinterstehen und im besten Falle auch involviert sind. Der Spaß am Buch soll im Vordergrund stehen. Und das merkt man den Videos und Fotos auch an, glaube ich. Es gab keine Skripte oder vorgefertigten Werbetexte.

Warum Paten?

Wir glauben daran, dass sich Bücher auch heute noch über Empfehlungen weitertragen. Und unsere „Paten“ sind ein erster Stein in der Kette. Natürlich wäre es schön, wenn sich davon weitere Leser anstecken lassen. Dass einige dieser Paten über eine gewisse Prominenz verfügen, dürfte ja nicht schaden.

Und nach welchem „“Beuteschema“ wurden die ausgesucht?

Zunächst einmal haben wir geschaut, ob im Umfeld des Buchprojekts selbst jemand Geeignetes zu finden war. Bei Diane Ackermans „Die Frau des Zoodirektors“ und „Charles Hodges „Alte Schule“ waren mit Bibiana Beglau und Charles Brauer rasch die Hörbuchsprecher ausgemacht, die sofort dabei waren. Bei Shaun Ushers „More Letters of Note“ konnten wir Jörg Thadeusz gewinnen, der dem Projekt durch seine Moderationen der bisherigen Eventveranstaltungen wohlgesonnen war. Für Joost de Vries konnten wir auf die Übersetzerin Martina den Hertog-Vogt zählen, die bereits Harry Mulisch übersetzt hat. Und bei Robert Wringham und Carl-Johan Vallgren bissen die Buchhändler David Mesche von der Buchbox in Berlin und Monika Dobler von der Glatteis-Buchhandlung in München an.

Wie wurden die gebrieft?

Minimal. Letztlich haben wir das den „Paten“ selbst überlassen. Die sind allesamt Profis. Und wir wollten, dass es authentisch und eben nicht vorformuliert klingt. Die meisten Videos und Fotos sind ja auch ganz hemdsärmelig mit einem Smartphone aufgenommen worden. Da waren auch keine Kameraleute oder Profifotografen vor Ort. Muss ja auch nicht sein, die Message kommt auch so rüber.

Ist es nicht ein Anachronismus, Marketing für Bücher im Internet zu machen…?

Man muss heute alle Medien im Blick haben, auch die sozialen, ob man sie nun mag oder nicht. Letztlich kommt es doch auf die Ansprache an, die Aussage. Man muss einfach überlegen, wen man für die Bücher erreichen will, und wie man diese Zielgruppe erreichen kann. Da die Budgets abseits der Spitzentitel meist knapp sind, sind hier Ideen gefragt. Hier bietet das Internet Möglichkeiten der Verbreitung, die es so früher nicht gab.

Wen wollen Sie denn erreichen? Leser? Oder Händler…

Leser, Händler, Journalisten. Alle, die sich von der Euphorie der Paten anstecken lassen. Natürlich ist es damit nicht allein getan, aber es ist ja auch einfach ein schönes Gefühl, wenn solche Leute sich für diese Bücher einsetzen. Nötig hätten sie es jedenfalls nichts. Wenn sie die Bücher oder das Label blöd fänden, würden sie sicher nicht mitmachen.

Durch Klick auf die Fotos zu den Buchhtrailern und ihren Paten.
Die Fragen stellte Franziska Altepost

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