Österreichischer Bundesverlag soll verkauft werden

Ein Ministerialentwurf des österreichischen Finanzministeriums sieht den Verkauf des Österreichischen Bundesverlags vor. Davon sind auch die Verlage Residenz, Deuticke und Brandstätter betroffen. Der Gesetzesentwurf zur Privatisierung von Österreichs größtem Verlag wurde vom Finanzministerium zur Begutachtung ausgesandt. Die Begutachtungsfrist endet am 23. Mai. Das Gesetz soll noch vor dem Sommer in den Ministerrat und anschließend zur Beschlussfassung ins Parlament kommen. Die Verkaufsprozedur, die nach den Regeln der EU erfolgen muss, wird dann noch voraussichtlich einige Monate in Anspruch nehmen. Der Bundesverlag hält 53 Prozent an dem Schulbuchverlag öbv & hpt (Hölder Pichler Temsky), Österreichs größtem Schulbuchverlag. 47 Prozent sind in privater Hand. Tochterunternehmen des Bundesverlags sind die Verlage Residenz – in Salzburg -, Deuticke und Brandstätter, ferner eine Auslieferung in Neudorf, von der nicht nur die Bücher der eigenen, sondern auch die anderer Verlage ausgeliefert werden. Zwei Buchhandlungen, ein Lehrmittelhandel und ein Antiquariat gehören ebenfalls dazu. Im Unternehmen sind 250 Mitarbeiter beschäftigt. Der Umsatz beträgt 580 Millionen öS. Nach den Worten von Geschäftsführer Robert Sedlaczek ist unklar, ob der Verlag in österreichischen Händen bleibt oder ins Ausland verkauft wird. Nach Berichten österreichischer Zeitungen soll etwa der Eigentümer von Hölder Pichler Tempsky, Gustav Glöckler, mit einem deutsch-österreichischen Konsortium interessiert sein. Gerüchte um den österreichischen Industriellen Thomas Prinzhorn waren von diesem dementiert worden.

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