Stellungnahme des Betriebsrates CartoTravel zum Verkauf des Verlags an MairDumont

Das war die Nachricht des Freitagabends gewesen: Der ADAC verkauft CartoTravel an MairDumont [mehr…]. Genauer gesagt, es war ein unbestätigtes Gerücht (zwar aus erstklassigen Quellen, aber eben nicht bestätigt), bis es buchmarkt.de gelang, vom Mitbieter Aurelius die Information zu bekommen, dass Aurelius trotz aller seiner Zusagen hinsichtlich Erhaltung des Verlags und der Arbeitsplätze vom ADAC abschlägig beschieden worden sei [mehr…].

Nun eben erreicht uns die Stellungnahme des Betriebsrates CartoTravel.

Wir veröffentlichen den Text hier im Wortlaut:

ADAC verkauft CartoTravel trotz aller Bedenken an MairDumont

Über 150 Mitarbeiter an drei Standorten fürchten weiter um ihre Jobs / MairDumont nun in der Pflicht das soziale Gewissen des ADAC nicht zu enttäuschen

Mit Enttäuschung und großer Besorgnis mussten die Mitarbeiter von CartoTravel aus den Medien erfahren, dass CartoTravel an MairDumont, den größten Mitbewerber auf dem Kartografiemarkt, verkauft wurde. Alle sachlichen Argumente, den Abbau von Arbeitsplätzen so gering wie möglich zu halten, haben bei der Entscheidung des ADAC-Präsidiums letztlich wohl nicht gezählt.

Bis zuletzt hatten die CartoTravel-Mitarbeiter gehofft, dass die Entscheidung zugunsten des zweiten Kaufinteressenten Aurelius AG fallen möge, da dieser sich im Vorfeld für eine Fortführung des Verlages mit einer Garantie für den Erhalt eines Großteils der Arbeitsplätze ausgesprochen hatte. Mit seinen Aktionen hat der Betriebsrat von CartoTravel eindrucksvoll sowohl das Engagement und kreative Potential der Belegschaft bewiesen, als auch dargestellt, wie gut CartoTravel mittlerweile durch die begonnene Reorganisation sowohl technologisch als Geodata Warehouse, als auch als moderner Kartografie-Anbieter gerüstet ist. Dies mag man bei Aurelius erkannt haben und war besonders verärgert darüber, dass der ADAC dem Unternehmen die Fortführung dieser Aufgabe nicht zutraute.

Das vorrangige Interesse des CT-Betriebsrates kann es auch mit dem neuen Gesellschafter nur sein, den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze zu bewirken. Die Befürchtungen, dass dies mit MairDumont schwieriger werde, sind aus den bekannten Synergieeffekten berechtigt, zumal, wenn man den Personalabbau der letzten Jahre bei MairDumont selbst betrachtet. Scheint nun also das soziale Gewissen des ADAC trotz der „heiteren finanziellen Großwetterlage“ des Vereins tatsächlich auf der Strecke geblieben? Oder bietet MairDumont dem CartoTravel Verlag völlig unerwartet doch noch mehr Perspektiven als angenommen? Konkrete Angebote aus dem Bieterverfahren wurden nie geäußert, es gab auch weder seitens MairDumont noch vom ADAC auch nur Versuche, diese Befürchtungen zu zerstreuen. Dennoch: allen tragbaren Lösungen im Sinne der Belegschaft wird sich der Betriebsrat sicherlich nicht verschließen.

Eine spannende und weiterhin offene Frage wird bleiben, ob tatsächlich, wie vom ADAC versichert, kartellrechtliche Fragen juristisch vollkommen geklärt sind. Doch davon werden die meisten CT-Mitarbeiter wahrscheinlich nichts mehr haben. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Worte des ADAC-Präsidenten Peter Meyer, selbst einmal Kopf eines mittelständischen Unternehmens, „…so sehr liegt auch uns daran, zu einer guten Entscheidung zu finden“ nicht bloß leere Worthülsen zur kurzfristigen Beruhigung der besorgten Menschen bei CartoTravel waren.

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