Suhrkamp Umzug: Verdi kündigt harten Kurs an / Kommt es zu Neugründungen ehemaliger Suhrkampler?

Das Thema Suhrkamp-Umzug wird die Medien, vor allem die in Frankfurt, noch länger beschäftigen: Heute bei FAZ-Online ein Beirag von Felicitas von Lovenberg, dem zu entnehmen ist, dass die Gewerkschaft Verdi zusammen mit dem Betriebsrat dafür sorgen wolle, „dass mit den Mitarbeitern nicht Schlitten gefahren werde“. Die Probleme werden für den Verlag also nicht kleiner, wenn Verdi da gegen den Abbau von Mitarbeitern kämpft! Denn das bedeutet weitere Kosten und andauernde Unruhe im Verlag.

Die Zeichen stehen also „auf Sturm“, die Stimmung der gut hundertdreißig Suhrkamp-Mitarbeiter schwankt „offenbar zwischen Schock, Trauer und Meuterei, seit die Verlegerin ihnen am späten Freitagnachmittag mitteilte, dass der Verlag zum Jahreswechsel nach Berlin ziehen will“.

Was Verdi vorhat, dürfte klar sein: Um jede einzelne Kündigung sollen alle juristischen Register gezogen werden; inzwischen ist übrigens auch zu hören, dass nicht alle Gesellschafter dem Umzug zugestimmt haben… und die Stadt soll weitere Angebote gemacht haben, die dem rechnerischen Vorteil eines Umzugs nach Berlin entsprechen.

Felicitas von Lovenberg fragt sich aber, „was, wenn das Beispiel Schule macht und weitere Leuchttürme mit Verlagerung drohen – und sei es, um zu testen, was sie der Stadt wert wären?“

Allerdings: „Mit oder ohne Suhrkamp ist Frankfurt vom geistigen Bankrott weit entfernt, auch wenn die stolze Reihe kleiner, widerständiger Verlage gegen etwas Entgegenkommen der Stadt bestimmt nichts einzuwenden hätte – wie etwa KD Wolff, mit seinem Haus Stroemfeld/Roter Stern nicht gerade auf Rosen gebettet“.

Ihre Prognose: „Inzwischen dürften weitere Suhrkampler trotz der prekären Zeit mit der Idee spielen, sich selbständig zu machen – wie auch einst Joachim Unseld, der seine FVA seit 1994 „konsequent zur Heimat von Schriftstellern wie Ernst-Wilhelm Händler, Bodo Kirchhoff (Anm. der Redaktion: mit seinem neuen Buch bei HoCa), Thomas von Steinaecker, Jean-Phillippe Toussaint und Marion Poschmann ausgebaut hat. Frankfurt mag Suhrkamp verlieren, sicher aber nicht den Verleger Unseld.“

Der hat nach unseren Infos der Entscheidung nicht zugestimmt…

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