Auswärtiges Amt und PRO HELVETIA fördern literarische Entdeckungen

Das Auswärtige Amt und die Schweizer Kulturstiftung PRO HELVETIA haben Mittel für 19 Zuschüsse für Übersetzungen wichtiger belletristischer Werke aus Afrika, Asien und Lateinamerika zur Verfügung gestellt.
Bewilligt wurden jetzt entsprechende Zuschüsse für literarische Entdeckungen von der Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika in Frankfurt, die von der Frankfurter Buchmesse und dem Evangelischen Entwicklungsdienst mitgetragen wird.

Neun der neuen Übersetzungsvorhaben sind literarische Entdeckungen, die in
diesem Jahr als erste Übersetzungen der jeweiligen Autoren auf dem
deutschsprachigen Markt erscheinen. Dazu gehören ein Band mit verstörenden
Erzählungen der Autorin Spôjmaï Zariâb (Afghanistan), Romane von José
Guillermo Anjel
(Kolumbien) über eine jüdische Familie in Kolumbien und die
seines Landsmanns Tomás González. Ein weiterer Roman ist von Alberto Fuguet
(Chile), der die chilenische Geschichte unter Pinochet Revue passieren lässt
anhand der Filme, die er bewunderte. Einen neuen Blick auf Thailand macht
jenseits bestimmter Klischees ein Erzählungsband möglich, der Geschichten
aus den 90er Jahren enthält, die – ein Novum in der deutschen
Verlagsgeschichte – direkt aus dem Thai übersetzt wurden. Zu den weiteren
Entdeckungen gehören die Romanciers Zakes Mda (Südafrika) und Muhammad
al-Bissati
(Ägypten) und ein Band mit Legenden und Geschichten
brasilianischer Indianer. Gefördert wird auch eins der ungewöhnlichsten
Bücher über den Völkermord in Ruanda: die Lebensgeschichte der Esther
Mujawayo
, von ihr selbst erzählt. Sie verlor einen großen Teil ihrer Familie
und hilft als Psychotherapeutin den Überlebenden.

Die Förderung gilt nicht nur literarischen Entdeckungen, sondern auch
verlegerischer Beharrlichkeit. So werden bedeutsame Werke von Autorinnen und
Autoren unterstützt, die bereits mit einem oder mehreren Werken in deutscher
Übersetzung vorliegen. Neben Essays von Wole Soyinka (Nigeria) und
Kindheitserinnerungen des Autors Patrick Chamoiseau (Karibik) gehören dazu
die lateinamerikanischen Autoren Reinaldo Arenas, Jorge Edwards, Eduardo
Galeano
, Santiago Gamboa, Felisberto Hernández und Juan José Saer. Ein
weiterer Gedichtband des Autors Mahmoud Darwish (Palästina), der als einer
der bedeutendsten Dichter arabischer Sprache gilt, wird ebenso gefördert,
wie ein Roman von Ibrahim Aslan (Ägypten).

Seit 1984 hat das in Europa einzigartige Programm 460 Übersetzungen auf den
Weg gebracht. Gefördert wurden vornehmlich Werke von Autorinnen und Autoren,
die bisher gar nicht oder nur unzureichend in deutscher Übersetzung
vorlagen, sowie Werke aus Ländern, deren Literatur kaum auf dem
deutschsprachigen Buchmarkt vertreten war. Besonderes Augenmerk gilt dabei
seit langem der Arabischen Welt, die im letzten Jahr Ehrengast der
Frankfurter Buchmesse war. 117 der in dem Programm geförderten Titel waren
Übersetzungen von Autorinnen und Autoren aus der arabischen Welt, zwei
Drittel davon Übersetzungen aus dem Arabischen.

Eine Liste der geförderten Titel mit bibliographischen Informationen finden
Sie unter

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