Neue Billigschiene in der TB-Verwertung

Ist Geiz geil? Ab dem 2. Januar 2004 soll man auch beim Lesen sparen können: Dann erscheint im Ullstein Taschenbuch Verlag unter dem Motto „Nur Bücher und sonst gar nichts“ das Ullstein SPARBUCH: 20 ausgewählte Bestseller und Klassiker zum einmaligen Aktionspreis von € 3,99, € 4,99, oder € 5,99.

Das Konzept ist einfach: Der Verlag will die Titel vom allem befreien, was nicht seinem ureigenen Zweck dient, dass man es nämlich lesen kann. So wird etwa auf eine individuelle Covergestaltung nebst zu erwerbender Bildrechte verzichtet; auch die Handelsinfo ist schlichter als schliht gehalten.

Armin Gontermann, Verlagsleiter Ullstein Taschenbuch: „Die Idee kam uns beim Lektoratsbesuch in einer großen Buchhandlung, auf der Suche nach neuen Anregungen. Da erschlägt es einen: Hunderte von aufwändig gestalteten neuen Taschenbüchern, darunter zahlreiche eigene, und jedes fleht, ruft oder schreit: ‚Nimm mich!‘ Daraufhin haben wir uns in der Herstellung einen ungestrichenen grauen Karton besorgt und der Grafikerin Sabine Wimmer gesagt: ‚Mach da mal was draus.‘ Als sie dann mit den Entwürfen kam, sind wir in die Knie gegangen, so schlicht und schön waren sie.“

Gontermann legt Wert darauf, dass die Aktion nicht die allgegenwärtige „Geiz-ist-geil“-Mentalität bedienen soll. „Es ist eher eine Art Rückbesinnung auf das Wesentliche: Ein gutes Buch zum guten Preis, ohne Schnickschnack, ähnlich wie ein No-Name-Kaffee im Lebensmittelladen, dessen Aroma ja auch nicht unter der puristischen Verpackung leidet.“

Als SPARBUCH erscheinen werden unter anderem Bestseller wie Ake Edwardsons „Tanz mit dem Engel“, Mario Puzos „Omertà“, Stephen Kings „Das Mädchen“ und Michel ouellebecqs „Elementarteilchen“, daneben Klassiker wie „1984“ von George Orwell, „Effi Briest“ von Theodor Fontane und Erich Fromms „Die Kunst des Liebens“.

Die erste Resonanz aus dem Handel sei „überschwänglich“ (Ullstein-Vertriebsleiterin Sabine Kahl); sie geht deshalb von einer sehr hohen Auflage ausgeht, die sich allerdings strikt an den Vorbestellzahlen orientieren werde: „Wir legen nichts auf Halde und wir drucken auch nicht nach. Wer mitmachen will, muss jetzt ordern.“ U

Und für all die, die auf Dekomaterial doch nicht ganz verzichten wollen, hat Kahl einen einfachen Tipp: „Stück Karton, dicker Filzstift – Ullstein Sparbuch!“

h.gebhardt@ullstein-heyne-list.de.

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