Verlagsgruppe Lübbe trennt sich von Joint Venture Deutscher Rätselverlag, um als Familienunternehmen eigenständig bleiben zu können

„Lübbe bleibt Lübbe“, unter dieser Überschrift vermeldet die Verlagsgruppe Lübbe, dass

Stefan Lübbe

sie die Suche nach einer strategischen Partnerschaft eingestellt hat. „Das größte private Unternehmen unter den deutschen Publikumsverlagen bewahrt Eigenständigkeit“, heißt es. Das Unternehmen bleibe eine hundertprozentige Familiengesellschaft.

Nach mehrmonatigen Sondierungen mit möglichen Investoren seien die Gespräche jetzt beendet – auch, weil man sich von der Beteiligung am Deutschen Rätsel Verlag getrennt habe [mehr…], was dem Kern-Unternehmen wieder großen Handlungsspielraum für die Zukunft gegeben habe, wie Thomas Schierack, der kaufmännische Geschäftsführer der Verlagsgruppe, auf Befragen sagt – siehe Interview [mehr…].

„Ziel einer strategischen Partnerschaft wäre gewesen, mögliche Synergie-Effekte zu heben, ohne die Eigenständigkeit und die Vorteile der Familiengesellschaft aufzugeben“, erklärt Stefan Lübbe, Inhaber und Vorsitzender der Geschäftsführung. „Unsere Verhandlungen haben gezeigt, dass es schwierig ist, diese beiden Zielvorgaben miteinander zu vereinbaren. Deshalb haben wir uns für den Erhalt der Selbständigkeit entschieden.“

Stefan Lübbe weiter: „In einem stark von Konzernen geprägten Buchmarkt sind wir unter den deutschsprachigen Publikumsverlagen das umsatzstärkste Familienunternehmen. Wir haben erkannt, dass es für unsere Autoren, unsere Mitarbeiter und den Verlag das Beste ist, wenn es dabei bleibt. Natürlich müssen und werden wir in unseren Kernbereichen wachsen – im Bestsellergeschäft, im Taschenbuch, bei Hörbüchern und Romanheften.“

Mit Spitzen-Autoren wie Ken Follett, Dan Brown, Rebecca Gablé, Andrea Camilleri, Andreas Eschbach, Arnaldur Indridason, Wolfgang Hohlbein, David Baldacci, Kai Meyer, Philipp Vandenberg und vielen anderen erfolgreichen Schriftstellern sei organisches Wachstum programmiert. „Aber unsere Ziele sind höher gesteckt, wir wollen neue Autoren aufbauen, innovative Programmlinien entwickeln, unser publizistisches Spektrum spürbar erweitern. Zu diesem Zweck werden wir uns mittelfristig nach attraktiven Medienunternehmen umsehen, deren Programmatik und Marktposition zu uns passen. Inzwischen haben wir eine unserer Beteiligungen veräußert und mit unseren Hausbanken ein innovatives, verlagsspezifisches Finanzierungsmodell gefunden, das uns auch die Freiheit gibt, hierfür notwendige Investitionen in Angriff zu nehmen“, so Lübbe weiter.

„Seit Anfang des Jahres läuft in allen Abteilungen des Hauses ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm“, ergänzt Thomas Schierack, Kaufmännischer Geschäftsführer der Verlagsgruppe. „Im Rahmen dieser Umstrukturierungen bleiben die Kernbereiche Lektorat und Vertrieb vollständig erhalten, in anderen Abteilungen werden insgesamt 25 Arbeitsplätze wegfallen. Gerade in einem Familienunternehmen ist ein solcher Einschnitt schmerzlich, aber mit den verbleibenden 165 Mitarbeitern ist Lübbe personell immer noch deutlich stärker besetzt als vergleichbare Verlage.“

Die Vertriebskraft der Verlagsgruppe wird künftig auch für Partnerverlage nutzbar gemacht; erste Kooperationsvereinbarungen sollen in den nächsten Wochen abgeschlossen werden. „Wir werden die Vielfalt unserer verlegerischen und vertrieblichen Möglichkeiten optimieren“, sagt Stefan Lübbe. „Mit Selbstbewusstsein und zeitgemäßer strategischer Ausrichtung werden wir den Anforderungen der nächsten Jahre gewachsen sein und uns in einem Marktumfeld, das sich immer stärker konsolidiert, als einer der führenden Publikumsverlage behaupten.“

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