EHASTRA 2003 liefert neue Marktdaten über den Pressevertrieb / Bäckereien und Tankstellen werden für Verkauf wichtig

Die jetzt vorliegende neue Einzelhandelsstrukturanalyse (EHASTRA) vermittelt detaillierte Erkenntnisse über das Einzelhandelsgeschäft mit Zeitungen und Zeitschriften. Die Vollerhebung des deutschen Zeitschriften- und Zeitungseinzelhandels (EHASTRA: Einzelhandelsstrukturanalyse) wird seit 1970 durchgeführt; seit dem Jahre 2000 unter Herausgeberschaft des Bundesverbandes Presse-Grosso im jährlichen Rhythmus. Die EHASTRA stellt nach der Volkszählung die zweitgrößte statistische Vollerhebung einer Grundgesamtheit in Deutschland dar.

An der Gesamterhebung EHASTRA 2003 zur Stichwoche KW 39/2003 haben sich alle Presse-Grossisten beteiligt, die den Einzelhandel flächendeckend mit Presseerzeugnissen versorgen. Die EHASTRA dient dem Presse-Großhandel, Verlagen und Nationalvertrieben als Entscheidungsbasis für eine qualifizierte Sortimentsanalyse zur Einschaltung von Angebotsstellen (EH-Verteileraufbau), für mikrogeographische Auswertungen oder auch für eine Aktionssteuerung am Point of Sale.

Die Kerndaten:

Die schon in den vorangegangenen Jahren registrierte Konsolidierung in der Anzahl verfügbarer Verkaufsstellen setzt sich fort. Wurden 2001 noch 117.914 EH und im Jahr 2002 insgesamt 116.802 EH registriert, beläuft sich die in der Stichwoche 39/2003 gezählte Anzahl auf 115.945 Verkaufsstellen. Dies entspricht einem Rückgang um 0,73% zum Vorjahr.

Der Anteil von Vollkunden (Zeitungen und Zeitschriften) hat sich dabei um 1.346 Händler auf 96.709 (84% aller Verkaufsstellen) gegenüber dem Vorjahr (-1,4 %) zurück entwickelt. Im Bereich der Facheinzelhändler konnte der bundesweite numerische Anteil bei 2,5 % stabil gehalten werden. Die Anzahl reiner Zeitungskunden hat im Vorjahresvergleich um 649 auf 17.889 (15,4% aller Verkaufsstellen) zugenommen. Dies ist insbesondere auf eine starke Zunahme belieferter Bäckereien um 904 auf 23.298 (+4%) zurückzuführen.

Was die Präsentationskapazitäten betrifft, so haben sich diese bezogen auf die durchschnittlichen Bordmeter je Einzelhändler um 0,6% auf 16,8 m ausgeweitet. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass die Anzahl der Einzelhändler zurückläuft. Hinzu kommt, dass die Sortimentsbreite bei den Zeitschriften nochmals um 5,9% auf durchschnittlich 216 Titel zugenommen hat. Dies führt dazu, dass die Maßgröße der Präsentation je Objekt, der Schuppungsgrad, um 5% auf nun 7,77 cm sank.

„Verlierer-Geschäftsarten“: Als Presseangebotsstellen stehen gegenüber 2002 nicht mehr zur Verfügung: 610 Nachbarschaftsgeschäfte mit einem Sortimentsschwerpunkt „Lebensmittel“ und einer Verkaufsstellengröße kleiner als 200 qm (Rückgang um 5,6 % zum Vorjahr), 289 Fachgeschäfte, 257 nicht betretbare Kioske, 217 Supermärkte und 193 Lebensmittelgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von 200-399 qm.

Der Rückgang der Angebotsstellen in diesen Geschäftsarten ist zurückzuführen auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck durch großflächige Einzelhandelsformen, die steigenden Belastungen auf der Kostenseite und die weiter stagnierende Konjunkturentwicklung.

„Gewinner-Geschäftsarten“: Den mit Abstand stärksten Zuwachs erzielt die Geschäftsart „Bäckereien“, die sich um 904 Verkaufsstellen (4%) auf 23.298 Standorte mit Presseverkauf erweitert. Damit ist jede fünfte vom Presse-Grosso belieferte Verkaufsstelle inzwischen eine Bäckerei. An zweiter Stelle stehen auch in diesem Jahr die Tankstellen mit einem Wachstum um 99 (2%) auf 5.028 Presse-Standorte. Discounter konnten um 7,3% steigen (83 Outlets) auf 1.222 Verkaufsstellen. Die betretbaren Kioske steigen um 51 (0,6%) auf 7.902 Outlets, die Metzgereien um 48 (5,8%) auf 871.

Weitere Ergebnisse im Überblick:

• Die Teilmenge der 24-Stunden-Öffner bleibt mit 4,8 % unverändert.
• Der Trend zu mehr Frühöffnern entwickelt sich weiter. Inzwischen öffnen 27,5% der Kunden um 6 Uhr oder früher. Weitere 25 % öffnen zwischen 6 und 7 Uhr.
• Im Zuge der Lockerung des Ladenschlussgesetzes blieben die Geschäfte am Samstag nun länger geöffnet. 29% der Verkaufsstellen waren samstags auch nach 16 Uhr noch geöffnet. In 2002 waren es noch 27%.

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