Gleichheit im Internet: Google, Amazon & Co wollen gleicher werden

Heimlich, still und leise verabschieden sich die Großen im Netz von einem Prinzip, das ihnen noch vor kurzem als heilig galt: Das eine, unteilbare, für alle gleiche Internet wird es womöglich schon bald nicht mehr geben, schreibt heute Spiegel-Online.

Denn Amazon, Microsoft, und dem Wall Street Journal (WSJ) zufolge nun auch Google verabschieden sich vom Prinzip der Netzwerk-Neutralität („Net Neutrality“). Die Groß-Unternehmen wollen sich die Möglichkeit vorbehalten, künftig mit einem Extra-Obolus besonders breite Datenleitungen für sich und ihre Inhalte zu reservieren. Für kleine Unternehmen, für Non-Profit-Webseiten und sogar für höchst populäre, aber nicht profitable Angebote wie Wikipedia könnte der Schwenk schlimmstenfalls bedeuten, dass sie im Netz künftig schwerer zu erreichen sind.

Branchenriese Amazon sprach sich zwar kürzlich noch einmal offiziell für das Prinzip „Gleiches Netz für alle“ aus – aber die E-Books für Amazons Lesegerät Kindle werden schon jetzt, dank eines Vertrages mit dem US-Provider Sprint, schneller ausgeliefert als andere Datenpakete im Netz.

Nun zitiert das WJS aus einer Microsoft-Stellungnahme: „Netzwerk-Neutralität ist eine politische Stoßrichtung, die unser Unternehmen nicht mehr verfolgt.“Yahoo gab eine wachsweiche Pressemitteilung heraus, die den Satz enthält, man müsse „einen Konsens finden, wie man am besten sicherstellt, dass Amerikaner Zugang zu einem Weltklasse-Internet haben“. Alle Großen Unternehmen stehen laut WSJ in Verhandlungen mit Telekom-Anbietern – auch wenn unklar ist, worum es dabei im Detail geht.

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