Google bald mit neuen Haftungsproblemen?

Google und das Urheberrecht – wir berichten beinahe täglich. Jetzt schreibt der Spiegel, dass die automatische Vorschlagsfunktion der Suchmaschine Vorschläge zu Raubkopien, Cracks und Tauschbörsen-Downloads herausgibt.

Vor allem bei Software-Gesuchen (z.B. Adobe CS4 oder Microsoft Office) erhält man die Hinweise auf die illegalen Seiten, aber auch bei der Suche nach populären Büchern und Filmen, wie beispielsweise „Harry Potter und der Stein der Weisen“, schlägt Google Links zu einschlägigen Quellen vor, die Raubkopie-Downloads vermitteln.

Dass Google solche Suchergebnisse liefert, ist weder neu noch skandalös. Neu ist allerdings, dass Nutzer gar nicht aktiv nach Raubkopie-Quellen suchen müssen, um entsprechende Vorschläge zu erhalten. Google-Sprecher Stefan Keuchel erklärt die Ergebnisse so: „Die Vorschläge von Google Suggest werden über populäre Anfragen von unseren Nutzern generiert. Dies geschieht vollautomatisch und wird – wenn man von SafeSearch absieht – nicht von Google gefiltert.“ Google richte sich also allein nach der Beliebtheit bestimmter Vorschläge und bewerte die Schlüsselworte nicht. Die Nutzer sollten Vorschläge melden, die zu „illegalen oder anstößigen Inhalten“ führen.

Dennoch sehen Rechtsexperten ein Haftungsproblem für Google, denn „wenn die Suchmaschine vorschlägt, eine Suche nach womöglich das Urheberrecht verletzenden Inhalten zu starten, ist das ein erleichterter Zugang zu entsprechendem Material“, wie Thomas Hoeren, Jura-Professor für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht in Münster, dem Spiegel mitteilte. Wenn Rechtinhaber klagen, bleibt also abzuwarten, ob deutsche Gerichte die Argumentation von Google, man sei nur Vermittler, genau so sehen werden.

Hier geht’s zum ganzen Spiegel-Artikel: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,618089,00.html

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.