Buchhandel Zweitausendeins ist Geschichte – fast

Heute schließt der Kultladen Zweitausendeins in Frankfurt am Kornmarkt – das letzte Ladengeschäft in Deutschland ist damit auch Vergangenheit. Schon seit Wochen lief der Ausverkauf, die leeren Bücherregale sehen traurig aus. Noch in den letzten Tagen wühlten sich Schnäppchenjäger durch halbwegs gefüllte CD- und DVD-Sammlungen, erpicht auf 50 Prozent Rabatt der ohnehin schon preisgünstigen Angebote.

„Jeder Tag half uns, noch etwas Umsatz zu erwirtschaften“, sagte eine Mitarbeiterin, „deshalb haben wir die Zeit genutzt.“ Allerdings sei in diesen Ausverkaufswochen der Laden deutlich voller gewesen als zu „normalen“ Zeiten.

Abschiedsstimmung also neben Landkarten Schwarz, der Spezialist jedenfalls bleibt. Als neuen Nachbarn wird er ein Tabakhaus haben – der Umzug ist kurz, nämlich von einer Straßenseite auf die andere.

Dabei feierte Zweitausendeins in Frankfurt im Juli 2014 noch fröhlich 45 Jahre Verlagsgründung und 40 Jahre Ladengeschäft; Robert Egelhofer und Konrad Künkel hatten das Geschäft 2013 als Franchisenehmer übernommen.

Künkel hatte sich bereits im März 2016 zurückgezogen, Egelhofer blieb bis zum bitteren Ende. Neue Pläne habe er noch nicht, nur im zunehmend schwierigeren Einzelhandel will er nicht mehr arbeiten.

Ende 2016 übernahm die Ganske Gruppe Zweitausendeins und damit auch die Produktion des Merkheftes – auf eng und klein beschriebenem Dünndruckpapier präsentierte sich der Katalog im Oktavformat als Kultobjekt.

Als Online-Versender wird es Zweitausendeins weiter geben.

JF

Kommentare (1)
  1. Schade. Eine Institution verschwindet. Mit dem Einstieg von Kinowelt hat Zweitausendeins seine Seele verloren. Es ging nicht mehr um ein „Lebensgefühl“, sondern um den Absatz von Produkten des Eigentümers. Das hat am Ende für mich das Charisma von Zweitausendeins zerstört. Was war das früher für ein Spaß, vor dem Laden in Frankfurt im Merkheft zu stöbern, Schnäppchen zu finden und am Ende mit nachhause zu tragen. Aber wahrscheinlich sind es einfach auch andere Zeiten, sind die „Freaks“ von damals heute Internet-Käufer oder Downloader. – the times they are a changin..

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