Der Betriebsrat der KNO VA hofft auf Hilfe der Politik

Der Betriebsrat der KNO Verlagsauslieferung hat sich heute mit einem offenen Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart und die Minister in Baden-Württemberg für Wirtschaft und für Umwelt gewendet – in der Hoffnung, dass die Aufgabe der Standorte in Stuttgart und Köln [mehr…] verhindert werden kann.

Immerhin seien in Stuttgart ca. 1.000 und in Köln ca. 500 Arbeitsplätze betroffen, wie der stellvertretdende Betriebsratsvorsitzende Gerhard Schönfeld mitteilt. Er möchte gerne ausloten, ob ein „Verbleib von 1.000 Steuerzahlern, die Verhinderung von vielen Hartz IV Anträgen und die Verhinderung von ökologischen Verschlechterungen nicht unterstützenswert sei“.

Hier der Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Schuster, sehr geehrter Herr Wirtschaftsminister Schmid, sehr geehrter Herr Umweltminister Untersteller,

wie Sie sicherlich aus der Tagespresse entnommen haben, plant unsere Firma KNO/ KNV, den Logistik-Standort Stuttgart (und Köln) nach Erfurt zu verlagern.

Aus diesem Grund wenden wir uns heute an Sie.

Wir wollen unseren Arbeitsplatz hier nicht verlieren, und Sie wollen sicherlich weder ca. 1000 steuerzahlende Bürger, noch einen Gewerbesteuer zahlenden Betrieb verlieren.
Die Frage ist, was können Sie mit uns gemeinsam dafür tun, dass der Standort Stuttgart erhalten bleibt.

Die Begründung von unserer Firma KNO/KNV ist die , dass ein zentraler Standort in der Mitte Deutschlands mit der Möglichkeit in der Fläche zu wachsen, Vorteile bringt. Es sollen die Logistikbereiche des Barsortiments (Buchgroßhandel) KNV mit Standorten in Köln und Stuttgart und der Logistikbereich der Verlagsauslieferung KNO VA in Stuttgart an diesem neuen Standort gebündelt werden.

Sicherlich sind ein Grund für den Umzug auch die Fördermittel, die möglicherweise bei einer Verlagerung nach Erfurt / Thüringen aus verschiedenen Steuerkassen fließen können.
Gibt es von der Stadt Stuttgart oder vom Land Baden-Württemberg hier vielleicht auch die Möglichkeit die Firma direkt oder indirekt beim Erhalt des Standortes zu unterstützen?
Es würden ja nicht nur die alten Arbeitsplätze erhalten, neue kommen ja auch hinzu.
Haben Sie weitere Ideen, die die Wirtschaftlichkeit eines Umzuges in Frage stellen?
Aus unserer Sicht ist noch zu sagen, dass die Zusammenlegung der beiden Logistikstandorte Stuttgart und Köln z.B. nach Erfurt längere Fahrstrecken nach sich zieht. Nach ersten groben Schätzungen kann es durchaus sein, dass ein zusätzlicher CO2 Ausstoss von möglicherweise 1.000 to im Jahr die Folge der dann nötigen Mehrfahrleistung sein kann.

Von Seiten der Belegschaft werden schon seit Jahren große Zugeständnisse bei den Lohn- und Gehaltsforderungen gemacht. Die 40-Stunden-Woche ist seit 2006 wieder eingeführt worden.
Unser Arbeitgeber ist seit 2006 aus dem Arbeitgeberverband ausgestiegen. Wir haben 30 % prekäre Arbeitsverhältnisse. Ein Teil der Abteilung Warenausgang ist seit 2008 per Werkvertrag an einen Subunternehmer vergeben zu niedrigsten Lohnbedingungen.

Sie sehen, wir alle haben hier große Opfer gebracht, um jetzt zu erfahren, dass verlagert wird.

Wir bitten Sie deshalb herzlich, mit uns gemeinsam zu versuchen, die Arbeitsplätze an den bisherigen Standorten zu erhalten.

Gerne würden wir Sie zu uns einladen, um dies direkt miteinander zu besprechen.

Über Ihre Antwort werden wir uns sehr freuen.

Diesen Brief schicken wir zur Kenntnis auch an die örtliche und überörtliche Presse und an die Branchenpresse im Buchhandel.

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