KNO/KNV: Presseerklärung „Wir Betriebsräte sind empört“

Nach all den Meldungen am Vormittag dass eine Erhaltung der KNV-Standorte in Stuttgart und Köln zu teuer sei [mehr…] meldet sich jetzt der Betriebsrat zu Wort.

„Wir Betriebsräte sind empört“, sagt Dietmar Fischer, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der KNV mit den Standorten in Stuttgart und Köln. Worum geht es? Hier die Presseerklärung im Wortlaut:

Die Geschäftsleitung der Firmengruppe KNO Verlagsauslieferung und KNV Barsortiment plant die bisherigen Logistik-Standorte Stuttgart und Köln aufzugeben zugunsten eines Neubaus auf der grünen Wiese in der Mitte Deutschlands.

Seit Bekanntgabe der Pläne vor gut 3 Monaten seien die Betriebsräte darum bemüht, die wirtschaftliche Basis für die Entscheidung der Geschäftsführung nachzuvollziehen. Für die Belegschaftsvertretung gehe es schließlich um den Versuch des Erhalts von über 1.000 Arbeitsplätzen in Stuttgart und von 500 in Köln. Um die Folgen für die vom Arbeitsverlust Betroffenen und auch für den Arbeitsmarkt im Raum Stuttgart zu mildern, habe der Betriebsrat geprüft, wieso eigentlich die Ziele der Geschäftsleitung nicht auch an den bestehenden Standorten Stuttgart und Köln realisiert werden könnten.

In einer überraschend von der Geschäftsleitung einberufenen Belegschaftsversammlung am vergangenen Freitagnachmittag habe diese bekanntgegeben, dass sie den aktuellen Vorschlag des Betriebsrates, bei dem die beiden Standorte erhalten werden können, nicht mehr wünscht – die „Beratungsphase“ sei ihrer Auffassung nach abgeschlossen, der Beschluss zum Umzug nun gefällt.

Dabei seien die Vorschläge des BR auf eine Art und Weise ins Lächerliche gezogen worden, die jeder Grundlage einer sachlichen Auseinandersetzung entbehrten.

Wie Dietmar Fischer darstellt, sieht das Alternativkonzept der Betriebsräte vor, fast sämtliche Modernisierungswünsche der Geschäftsleitung im Prinzip zu ermöglichen. Allerdings an den bestehenden Standorten. „Für uns heißt Familienbetrieb, dass diejenigen die hier mitgeholfen haben, alles aufzubauen, auch weiterhin beschäftigt bleiben. Das Prinzip hingegen, der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, er kann gehen, bedeutet doch, dass hier viele Familien ins existenzielle Aus geworfen werden“, so Fischer. „Wichtig für das optimale Funktionieren unseres Alternativkonzeptes ist“, führt Norbert Heckl, der Vorsitzende des BRs der Schwesterfirma KNO VA fort, „dass uns ein bestimmtes Gelände zur Verfügung steht“. Hier gäbe es noch widersprüchliche Aussagen, ab wann diese Flächen, die direkt an das Firmengelände grenzen, zu erwerben wären. Da der Eigentümer dieses Geländes das Land Baden-Württemberg bzw. auch die Stadt Stuttgart sei, also mehr oder weniger der Steuerzahler, könne hier klar von der Politik eingegriffen werden. „Gibt es den politischen Willen, diese Arbeitsplätze zu erhalten?“ fragt Heckl.

„In Köln, so Fischer, stehen für die Modernisierungsmaßnahmen ausreichend eigene Flächen zur Verfügung. Wir werden nicht locker lassen und in einer eigenen Pressekonferenz die unsere Alternative ausführlich darstellen.“

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