Bov Bjerg über sein nun erneut veröffentlichtes Debüt "Deadline" (Kanon Verlag) „Ist es nicht ziemlich naheliegend, einen Roman über Pünktlichkeit, Kartoffelsalat, Böden, Steine und die Unmöglichkeit, die Dinge zu benennen, zu schreiben?“

Bov Bjerg ist zurück – oder immer noch da? Sein Roman Auerhaus kennen die meisten, 300 000 verkaufte Exemplare plus Kinoverfilmung. Mit Serpentinen stand er im vergangenen Jahr dann auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Nun bekommt sein Debütroman Deadline eine zweite Chance, und das aus gutem Grund: Der war seinerzeit mit gerade mal 224 verkauften Büchern total gefloppt, später brannte dann noch das Lager mit den Restexemplaren ab. Jetzt legt Gunnar Cynybulk Deadline in seinem neu gegründeten Berliner Kanon Verlag (wir sprachen mit ihm darüber) noch mal auf. Anlass für Fragen an Bov Bjerg:

Bov Bjerg: „Die ersten und die letzten Sätze beim Schreiben waren halb so wild. Mühsam waren all die Sätze dazwischen.“

BuchMarkt: Worum geht es in dem Buch?

Um Pünktlichkeit, um Kartoffelsalat, um Böden, um Steine und um die Unmöglichkeit, die Dinge zu benennen.

Wie entstand die Idee, darüber überhaupt ein Buch zu schreiben?

Ist es nicht ziemlich naheliegend, einen Roman über Pünktlichkeit, Kartoffelsalat, Böden, Steine und die Unmöglichkeit, die Dinge zu benennen, zu schreiben?

Es ist vor allem Ihr Debüt – was waren damals Ihre Hoffnungen?

Deadline ist keine Unterhaltung, die sich so wegschnurpst. Es war zu erwarten, dass der Roman kein Erfolg werden würde.

Waren Sie also weniger enttäuscht, als der Erstdruck durch ein Feuer vernichtet wurde?

Im Gegenteil. Dass ein Großteil der ohnehin winzigen Auflage verbrannte, erschien mir ganz folgerichtig und sinnvoll.

Wie ging es denn dann weiter, es kamen ja zunächst andere Titel von Ihnen …

Der Roman Auerhaus, Die Modernisierung meiner Mutter (eine Sammlung von Geschichten), der Roman Serpentinen, und jetzt noch einmal Deadline, diesmal im Kanon Verlag. Drei Romane in vier Verlagen!

Welche Sätze fielen beim Schreiben schwerer: die ersten oder die letzten?

Die ersten und die letzten waren halb so wild. Mühsam waren all die Sätze dazwischen.

An wen richtet sich das Buch?

Die Marktforschung kennt eine Gruppe namens „Expeditives Milieu“. Angeblich 10% der deutschen Bevölkerung. Ich denke, die sollten alle „Deadline“ lesen. Oder wenigstens kaufen.

Mit welchem Argument kann der Buchhändler das Buch im Laden gut verkaufen?

„Gehören Sie nicht zum expeditiven Milieu? Pssst, sehen Sie mal, ich hab da ganz was Feines was für Sie!“

3 Wörter, die das Buch ideal beschreiben?

Verspielt, neurotisch, makaber.

Was lesen Sie privat aktuell?

Pettersson und Findus – Ein Feuerwerk für den Fuchs. Zum inzwischen dritten Mal.

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