Wie war Ihr Jahr, Ole Schultheis?

Ole Schultheis

Seit dem 06. Dezember (Nikolaustag) bis zum 06. Januar (Heilige Drei Könige) fragen wir auch in diesem Jahr wieder in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“. Heute – an seinem letzten Tag, bevor er seine Buchhandlung in andere Hände gibt und in den Ruhestand geht – beantwortet Ole Schultheis, Buchhändler aus Starnberg, unseren „anderen Fragenbogen“.

1

Welcher Tag war Ihr schönster in diesem Jahr?
Es gab viele schöne Tage. Aber der schönste Tag war mein 65. Geburtstag im Kreis der Familie und der Freunde.

2

Worüber haben Sie sich 2012 am meisten geärgert?
Dass im Zuge der Veränderung der Buchhandelslandschaft ständig das Totenglöckchen auch für den stationären, inhabergeführten Buchhandel geläutet wird.

3

Was war 2012 Ihr schönster Erfolg?
Erfolg ist der krönende Abschluss kontinuierlicher Arbeit. In diesem Sinne war der schönste Erfolg die bewegende Wertschätzung durch unsere Kunden, die meine Frau und ich bei unserem Abschiedsfest eindrucksvoll erfahren durften.

4

Und Ihr traurigster Misserfolg war…?
Dass es mir und meinem Vorstand nicht gelungen ist, im Verein Stadtmarketing Starnberg einen Nachfolger zu finden, sodass ich noch bis zum Frühjahr als Vorsitzender im Amt bleiben werde. Doch zwischenzeitlich zeichnet sich eine Lösung ab. Die Lethargie der Kollegenschaft ist frustrierend.

5

Ihre schönste Buchhandlung/Ihr liebster Verlag in diesem Jahr?
Es gibt einige Verlage, die mir spontan einfallen. Aber konkret geantwortet: Es ist der Hanser Verlag, dessen Verleger Michael Krüger auch in diesem Jahr wieder eindrucksvoll bewiesen hat, dass er den richtigen Autorenriecher hat.

6

Von welchem Thema wollen Sie (warum) im neuen Jahr nichts mehr lesen?
Über gekündigte Verteter-Verträge durch Verlage, die glauben, ohne ihren Außendienst oder mit reduzierter Crew bessere Umsätze erzielen zu können. Ein gewaltiger Irrglaube, der angesichts der Marktveränderung auf den ökonomischen Holzweg führt.

7

Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?
Dass der Börsenverein endlich merkt, dass das E-Book das gedruckte Buch nicht ersetzt, sondern sinnvoll ergänzt. Und dass die gewählten Sortimenter-Vertreter in den Gremien endlich ihren Auftrag sichtbar und hörbar wahrnehmen, die Position des Handels zu stärken.

8

Welchen Fehler aus diesem Jahr möchten Sie im kommenden Jahr vermeiden?
Zu viel zu rauchen.

9

Und welchen Fehler werden Sie trotzdem wiederholen?
Zu viel rauchen.

10

Welches Buch hat Ihnen in diesem Jahr besonders viel Freude gemacht?
Michael Frayn: Willkommen auf Skios. Ein wunderbarer, intelligenter Slapstick-Roman. Aus dem Hanser Verlag.

11

Welches wird Ihr wichtigstes Buch im neuen Jahr?
Für diese Frage ist es noch zu früh.

12

Von wem würden Sie auch gern mal die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?
Von Christian von Zittwitz. Bei so vielen, die sich das wünschen, kann der jetzt nicht mehr raus: Wir warten, Christian!*

13

Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie gern beantwortet?
Freuen Sie sich auf Ihre Zeit ohne Buchhandlung?

14

Hier können Sie die auch beantworten:
Ja!!

Morgen antwortet Matthias Heinrich; gestern stellte sich Franziska Bickel unseren Fragen [mehr…].
* Dann warte mal bis zu meiner Pensionierung…

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