Wie war Ihr Jahr, Torsten Woywod?

Torsten Woywod

Seit dem 6. Dezember (Nikolaustag) fragen wir wieder bis zum 6.1. 2016 (Heilige Drei Könige) in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“. Unseren „anderen“ Fragebogen beantwortet heute Torsten Woywod, verantwortlich für das Online-Marketing der Mayerschen.

1.

Welcher Tag war Ihr schönster in diesem Jahr?
So blöd das auch klingen mag: der lässt sich für das vergangene Jahr kaum benennen. Alleine durch meine Buchhandelstour quer durch Europa durfte ich einen kompletten Monat erleben, der unvergesslich schön und intensiv war. Wenn ich dennoch einen Tag herauspicken müsste, dann wäre das wahrscheinlich der Besuch in Porto, wo mir die Buchhändler die einmalige Möglichkeit einräumten, die „Livraria Lello e Irmão“ nach Ladenschluss zu besichtigen und zu fotografieren.


2.

Worüber haben Sie sich 2015 am meisten geärgert?
Trotz 1.) und wie in jedem Jahr: über mich selbst.


3.

Was war 2015 Ihr schönster Erfolg?
Neben der Buchhandelsreise war das sicherlich der Gewinn des „Young Excellence Awards“ auf der Frankfurter Buchmesse. Ich habe mich aber auch sehr über die vielen neuen Kontakte gefreut, die ich im Laufe des Jahres knüpfen durfte.


4.

Und Ihr traurigster Misserfolg war…? 
… das ist ebenfalls schwierig. Ich sag’s mal so: Manchmal hat man Ideen und hinterfragt sie nach der anfänglichen Euphorie plötzlich + zu lange. Und irgendwann stellt man fest, dass jemand anders dieselbe Idee hatte und nicht so lange zauderte. Das Gute: man lernt daraus. Hoffentlich. ;-)

5.

Ihre Liebste Buchhandlung/Ihr liebster Verlag?
… wahrscheinlich die Buchhandlung, die mich in diesem Jahr am meisten überraschte: Cărtureşti Carusel in Bukarest – unglaublich schön!
Auf Verlagsseite finde ich das Konzept von „Plötz & Betzholz“ sehr spannend, das den beiden auch schon eine Aussteller-Wildcard für die diesjährige Frankfurter Buchmesse bescherte. Ich bin überzeugt davon, dass die beiden noch für ordentlich Furore sorgen werden.

6.

Von welchem Thema wollen Sie (warum) im neuen Jahr nichts mehr lesen?
Weniger von Problemen, Zukunftssorgen und überflüssigen Diskussionen im Buchhandel – mehr von Ideen, Innovationen, Chancen und die Vorzüge des Buchhandels!

7.

Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?
Und und über möglichst viele gute Bücher, natürlich.


8.

Welchen Fehler aus diesem Jahr möchten Sie im neuen Jahr vermeiden?
Siehe 4. – weniger Zögern (ohne das grundsätzliche Hinterfragen zu vernachlässigen).


9.

Und welchen Fehler werden Sie trotzdem wiederholen?
Überlange To-do-Listen … die haben Tradition.

10.

Welches Buch hat Ihnen besonders viel Freude gemacht?
Zugegebenermaßen waren in diesem Jahr auch jede Menge Reisebücher dabei … zuletzt hat’s mir der Marco Polo-Jubiläumsbildband „Traum.Welt.Reise“ sehr angetan.
Unglaublich packend war zweifellos „Die Falle“ von Melanie Raabe – und für die beste Laune sorgte „Lepra-Gruppe hat sich aufgelöst“ (Ralf Heimann / Jörg Homering-Elsner).


11.

Welches wird Ihr wichtigstes Buch im neuen Jahr?
Puh … wahrscheinlich das eigene, denn es muss erst einmal fertig werden (kleiner Tipp: unbedingt das Programm von Eden Books im Auge behalten). ;-) Ganz besonders freue ich mich aber auf „Der Pfau“ von Isabel Bogdan, das im Frühjahr bei Kiepenheuer & Witsch erscheinen wird. Und das Roman-Abo „Morgen mehr“ von Tilman Rammstedt und dem Hanser Verlag.


12.

Von wem würden Sie auch gern mal die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?
Och, da könnte ich mir jede Menge Leute vorstellen. Sabine Glitza wird sicherlich ein ganz besonders spannendes und ereignisreiches Jahr gehabt haben. Karla Paul ebenso.


13.

Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie gern beantwortet?
Würden Sie gerne die Gelegenheit nutzen, um irgendwem „Danke“ zu sagen?

14.

Hier können Sie die auch beantworten:
Ja, absolut – und zwar nicht nur all den tollen Kollegen, mit denen ich tagtäglich zusammenarbeite, sondern so ziemlich allen Branchenkollegen. Ob Buchhändler, Verlagsmitarbeiter bzw. Verleger, Redakteure, Blogger, Leser, … es gibt weiß Gott nicht viele Branchen, in denen es – bei aller Konkurrenz und Eigeninteressen – so kollegial, vernetzt und vielfältig zugeht.
Ein spezielles Dankeschön geht natürlich an die Kollegen von MairDuMont, ohne die ich heute wohl immer noch von (m)einer großen Buchhandelstour träumen würde … und damit wären wir schon wieder bei 4. und 8. ;-)
Vielen Dank!

Gestern antwortete Christoph Paris, [mehr…]; morgen antwortet Hejo Emons.

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