Der Geschäftsführer der Berliner Buchhandlung Johannesstift wird am 9. Dezember 60 Jahre alt Die 11-Bücher-Frage an Nanno Viëtor

Nanno Viëtor

Eigentlich hat Nanno Viëtor gleich zwei Gründe zu feiern. Am 9. Dezember wird er 60 Jahre alt und seit genau zwei Jahrzehnten ist er Geschäftsführer der 1898 gegründeten Berliner Buchhandlung Johannesstift, wo er mit Anfang 20 bereits seine Ausbildung absolvierte.

„Vom Stift zum Chef“, bringt er seine Buchhändlerkarriere auf den Punkt. Seit Nanno Viëtor – nach Stationen in zwei großen Berliner Buchläden – am 1. Januar 2002 die Geschäftsführung der 150 Quadratmeter großen Buchhandlung auf dem Gelände des Evangelisches Johannesstifts in Berlin-Spandau übernahm, hat er viel bewirkt.

Er gestaltete die Inneneinrichtung neu und erweiterte das religiös geprägte Angebot um ein allgemeines Sortiment mit deutlichem Schwerpunkt auf Kinder- und Jugendliteratur – ohne dabei jedoch die vielfältige Auswahl an theologischen und seelsorgerischen Titeln oder Bibeln zu vernachlässigen. Auch mit Devotionalien und Geschenkideen für viele Anlässe hält er die Buchhandlung auf Erfolgskurs. Ebenso wie seine Mitarbeiterinnen hat Nanno Viëtor in seiner zugewandten Art immer ein offenes Ohr für die Bedürfnisse seiner Kundschaft und scheinbar ganz nebenbei engagiert er sich ehrenamtlich im Vorstand des Landesverbands Berlin-Brandenburg im Börsenverein.

ml

  • Ihr Lieblingsbuch als Kind?

Als Kind habe ich nicht viel gelesen; etwas Enid Blyton, Wolfgang Ecke und Otfried Preußler aus der Gemeindebücherei. Doch die Karl May Bände meines Vaters, teilweise in Fraktur, haben mir die Tür zum Kopfkino eröffnet.

  • Welches Buch hat Ihr Leben geprägt?

Demian und Narziss und Goldmund führten zu einer Hesse-Mania – bis ich Über Deutschland von Germaine de Staël in die Hände bekam

  • Ihr Lieblingsbuch heute?

Endzeit, Christian von Ditfurths fulminanter Abschluss der de Bodt-Krimis, aber wie bei den meisten Serien, sollte man auch mit Heldenfabrik, dem ersten Band, anfangen

  • Welchem Buch hätten Sie mehr Erfolg gewünscht?

John Nivens Gott bewahre ist meine Passion als Geschenkbuch für Konfirmanden wie Atheisten gleichermaßen

  • Welches Buch verschenken Sie am liebsten?

Seit 2017 Der Trick von Emanuel Bergmann; überhaupt ist der Titel ein Liebling bei meinen Empfehlungen

  • Welchem Buch würden Sie ein ganzes Schaufenster zur Verfügung stellen?

Ritchie Girl von Andreas Pflüger. Seine sensible Sprache und die Wucht der Story haben mein Interesse für die Vor- und Frühgeschichte der Bundesrepublik geweckt

  • Welches Buch halten Sie für völlig überflüssig?

Überflüssig sind nur diejenigen Titel, die wir remittieren müssen, weil sie kein Interesse bei unserer Kundschaft gefunden haben

  • Welcher Bestsellererfolg kam für Sie unerwartet?

Eden Culture von Johannes Härtl hat mich überrascht, allein vom Titel her

  • Welches Buch würden Sie eigentlich gern schreiben?

Sorry, aber ich schaff noch nicht einmal Tagebuch…

  • Welchem aktuellen Titel wünschen Sie den größten Erfolg?

Edmund White, Meine Leben, eine beeindruckende Biographie und im besten Sinne, sehr amerikanisch

  • Welches Buch haben Sie immer noch nicht gelesen?

Boys in the Trees, das Memoir von Carly Simon – u. a. Verlegertochter und neben Françoise Hardy meine längste weibliche Begleiterin, musikalisch

 

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