"Bewunderung für ihre fast preußische Haltung, ihre Lebensfreude, ihren Lebensmut" Else Marie Bonnet

Else Marie Bonnet, ein „Urgestein“ unter den Lektorinnen, ist am 24. Juli im Alter von 91 Jahren gestorben. Lange Jahre arbeitete sie im Oetinger Verlag. Ursula Heckel, die zuletzt als programmverantwortliche Lektorin im Dressler Verlag tätig war, erinnert in einem Nachruf an ihre Kollegin:

Eine Generation stirbt aus – eine Generation, die geprägt war und ist durch Persönlichkeiten, die die Verlagsbranche prägten und zu einer ganz besonderen „Familie“ machten. Dazu gehörte „Else“, wie sie vielfach einfach genannt wurde. Wenn die Sprache auf sie kam, gab es buchstäblich niemanden, der nicht sofort eine Geschichte, eine Begebenheit mit ihr zu erzählen wusste, die ihre besondere Art zum Inhalt hatte, Bewunderung für ihre fast preußische Haltung, ihre Lebensfreude, ihren Lebensmut. Selbst Kolleginnen, die sie selber nicht mehr erlebt haben, kannten ihren Namen und ihren ganz besonderen Ruf, den sie in der Szene genoss.

Wir waren nur eine kurze Zeit Kolleginnen, aber ich weiß, dass Else – wie ich auch – ursprünglich Buchhändlerin war, dann zu Bertelsmann nach Gütersloh kam, ursprünglich wohl zum Siegbert Mohn Verlag, später dem Kinderbuchverlag als Cheflektorin neben Joachim Scholz ein Gesicht gab. Den Umzug des Verlags 1974 nach München mochte sie nicht mitmachen. Einige Zeit später fand sie dann eine neue Verlagsheimat im Oetinger Verlag, dem sie bis zur Pensionierung treu blieb. Und sie blieb auch Hamburg treu, bis sie in schon sehr hohem Alter in ihre Heimatstadt Essen zurückkehrte. Dort starb sie am 24. Juli d. J. im Alter von 91 Jahren. „Nach einem erfüllten Leben friedlich eingeschlafen“, wie ihre Nichte mitteilt.

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