Stefan Hornbach über sein Buch "Den Hund überleben" (Hanser) „Es geht um Jungsein, Krankheit, Freundschaft, Liebe und die Möglichkeit einer Heilung“

Stefan Hornbach: „Sie werden hoffentlich nie eine Schmonzette von mir lesen“ (c) Joachim Baldauf

Stefan Hornbach hat für Den Hund überleben, seinen Debütroman bei Hanser, den diesjährigen Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung erhalten. Das war Anlass für unser heutiges Autorengespräch:

BuchMarkt: Worum geht es in Ihrem preisgekrönten Buch?

Stefan Hornbach: In Den Hund überleben geht es um Sebastian, Mitte zwanzig, der mit einer Tumordiagnose konfrontiert wird. Im Laufe der Geschichte zieht er wieder zu seinen Eltern, beginnt eine Chemotherapie, trifft seine alte Jugendfreundin Jasna wieder und verliebt sich zum scheinbar ungünstigsten Zeitpunkt in einen jungen Mann namens Linus. Es geht um Jungsein, Krankheit, Freundschaft, Liebe, und letztlich um die Möglichkeit einer Heilung.

Ein spannender Titel, wie kamen Sie darauf?

Das Manuskript hatte im Laufe des Schreibprozesses sehr unterschiedliche Arbeitstitel. Den Hund überleben kam mir erst in einer späteren Schreibphase als Titel in den Sinn, eigentlich fand ich den Satz sogar in meinem Text: Wenigstens den Hund überleben will Sebastian noch. Ich mag an dem Titel, dass er zum einen beschreibt, worum es für meinen Protagonisten geht, nämlich um nicht weniger als ums Überleben, und gleichzeitig die eigentlich friedliche Situation beschreibt, in die er sich begibt: zurück zu den Eltern und zum Hund, mit dem er sooft er kann in den Wald spaziert.

Was war Ihnen bei Ihrem ersten Roman beim Erzählen besonders wichtig?

Speziell beim Schreiben über das Thema Krankheit war mir wichtig, dass ich nicht wiederhole, was wir nur zu gut kennen: der Betroffene muss den Kampf aufnehmen, den Krebs besiegen. Sebastian hat weder Energie dafür noch Lust darauf. Er begegnet seinen Tumoren mit einer seltsamen Sanftheit. In der Überforderung der Situation ergibt er sich und versucht eine Versöhnung.

„Wenn Sie aufmerksam lesen, finden Sie schnell heraus, wer das Foto geschossen hat, das diesen tollen Umschlag schmückt“

Gibt es auch ein Genre, das Ihnen gar nicht liegt?
Sie werden hoffentlich nie eine Schmonzette von mir lesen. Ich freue mich darauf, neue und andere Geschichten zu erzählen.

Und welche Leserschaft möchten Sie damit ansprechen?
Ich denke, dass die Themen des Buches eigentlich jede:n etwas angehen. Ich kann mir vorstellen, dass die Geschichte auch bereits für Jugendliche interessant sein könnte, und meine Omi hat das Manuskript in Rekordzeit gelesen.

Mit welchem Argument kann der Buchhändler das Buch im Laden am besten verkaufen?

Ohne vorab eine befreundete Buchhändlerin gefragt zu haben schlage ich vor: Nicht vom Krankheitsthema abschrecken lassen, der Erzähler nimmt einen freundlich an die Hand und mit auf eine turbulente Reise, an deren Ende mensch sich bestenfalls lebendiger fühlt als zuvor.

Welche drei Wörter beschreiben das Buch am besten?

Der Verlag sagt „mitreißend“ und „bewegend“, die Jury des Literaturpreises der Jürgen-Ponto-Stiftung nennt es „zärtlich“.

Und privat – was lesen Sie da gerne?

Zuletzt mit großer Freude Mithu Sanyals Identitti, ansonsten verehre ich Sibylle Berg, Wolfgang Herrndorf und einige mehr.

Welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie dennoch gerne beantwortet?

Wie gefällt Ihnen der Umschlag Ihres Romans?

Hier können Sie dies nun tun:

Sehr, sehr gut. Ich bin sehr glücklich darüber, wie schön das Buch geworden ist! Und wenn Sie aufmerksam lesen, finden Sie schnell heraus, wer das Foto geschossen hat, das diesen tollen Umschlag schmückt …

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