AN: Wolfgang Hörner, Programmchef von Eichborn Berlin zur Entscheidung, Thor Kunkels umstrittenen Roman „Endstufe“ jetzt bei Eichborn Berlin zu bringen

BuchMarkt: Was hat Sie zu dieser schnellen Entscheidung erwogen? Fast sieht es so aus, also wollten Sie das Medienecho nutzen…
Wolfgang Hörner: Überzeugt hat natürlich die Qualität des Manuskripts. Es wurde im Verlag geprüft und zudem von externen Ratgebern gelesen – die Meinung war einhellig, dass wir es mit einem provokanten aber hochinteressanten Text zu tun haben. Der Autor hat sich dazu bereit erklärt, noch weiter am Text zu arbeiten und so war eine gemeinsame Übereinkunft schnell erzielt.

BuchMarkt: Das Buch wird noch einmal lektoriert, heißt es in Ihrer Presseerklärung. Hat Rowohlt Recht gehabt, den Roman abzulehnen?
Wolfgang Hörner: Alexander Fest ist ein Kollege, den ich sehr schätze. Er wird seine Gründe gehabt haben, ich kenne sie nicht. Ich kann nur sagen, dass die Lektüre des Manuskripts und das Gespräch mit Thor Kunkel bei uns zu der Entscheidung geführt haben, das Buch zu veröffentlichen. In der öffentlichen Debatte, die zumeist ohne jede Kenntnis des eigentlichen Textes geführt wurde, wurde der Inhalt des Buches zuweilen grotesk verzerrt und auf Schlagworte reduziert. Wir arbeiten gerade daran, das es bald von allen in Ruhe gelesen werden kann.

BuchMarkt: Wird Kunkel Autor von Eichborn Berlin bleiben?
Wolfgang Hörner: Das hängt selbstverständlich davon ab, ob der Autor es will – von uns aus natürlich, wenn er weiter so spannende Bücher schreibt.

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