Carina Bargmann: haben die Verlage dem Autoren-Nachwuchs überhaupt noch was zu bieten?

Freitags um fünf: Was bewegt jetzt die Branche? Michael Lemsters Frage der Woche an Arena-Fantasy-Nachwuchsautorin Carina Bargmann.

Carina Bargmann, geboren am 13.10.1991 in Wolfenbüttel. 2011 Abitur in Braunschweig, seitdem Studium der Psychologie in Bremen. Ihren ersten Fantasyroman hat sie beim Arena Verlag noch während der Schulzeit veröffentlicht. Ehrenamtliches Engagement in der evangelischen Kirche und in einem Förderprogramm für Grundschulkinder. Ihre Freizeit verbringt sie, wenn nicht schreibend, mit anderen künstlerischen Tätigkeiten oder mit Freunden und Familie bei Koch- und Spieleabenden.

Carina Bargmann, Sie sind 21 Jahre jung und haben zwei Fantasy-Romane veröffentlicht, Sie pflegen eine Facebook-Seite und einen Wikipedia-Eintrag – eine gute Mischung für eine erfolgreiche Karriere als Self Publishing-Autorin. Haben Sie damit schon mal experimentiert?

Carina Bargmann

Carina Bargmann: Nein, gar nicht.

Haben Sie schon mal ausgerechnet, wie viel Honorar Sie bei Amazon oder Apple für jedes abgesetzte E-Book bekämen?

Carina Bargmann: Nee – hab ich noch nicht. Und zwar deshalb, weil ich von E-Books nicht ganz überzeugt bin. Ich persönlich will ein Buch in der Hand haben – als Leserin genauso wie als Autorin. Ich bin mir auch unsicher, ob E-Books sich nicht sehr leicht knacken und unendlich im Netz vervielfältigen lassen.

Sie sind beim Arena Verlag, der weder für außergewöhnliche Finanzkraft noch für grundstürzend innovatives Marketing bekannt ist. Was hat der Verlag für Sie getan, was tut er für Sie?

Carina Bargmann: Er hat mich gut unterstützt, und ich fühle mich sehr gut betreut. Ich konnte mich aufs Schreiben konzentrieren, weil ich mich um vieles nicht kümmern musste: die Medien, die Buchmesse, eine Lesung bei der ARD – ich musste einfach nur hingehen und mein Buch vorstellen. Der Arena Verlag hat mir also den Rücken komplett freigehalten.

Was könnte er noch für Sie tun, welche Aktivitäten vermissen Sie schmerzlich?

Carina Bargmann: Ich vermute, man könnte immer noch mehr tun, was Präsenz im Internet oder Kommunikation mit Zeitungen und anderen Medien betrifft, damit die Bücher eine noch größere Leserschaft erreichen. Da aber Arena mein erster Verlag ist, habe ich keine Vergleichswerte, und insgesamt habe ich mich gut betreut gefühlt.

Ihre Ideen und Inspirationen – holen Sie die aus dem Umgang mit den Profis der Branche, aus den Büchern, die Sie lesen, oder aus Ihren privaten Begegnungen und Beobachtungen?

Carina Bargmann: Primär aus privaten Begegnungen und Erlebnissen, aus dem, was sich in meinem Freundeskreis an Spannendem tut – die Konflikte etc. Ich arbeite viel und gern mit Menschen und gehe mit ihnen um, daraus nehme ich ganz viel. Natürlich spielen auch die Bücher, die ich lese, eine Rolle. Es gibt auch immer wieder mal Anregungen aus dem Verlag oder vom Agenten, das sind oft herausfordernde Fragestellungen, aber nicht die wichtigste Quelle.

Sie haben einen Agenten – geht es noch ohne?

Carina Bargmann: Mit dieser Frage habe ich mich noch nie auseinandergesetzt. Auf meiner ersten Buchmesse bin ich mit meinem Manuskript von Verlag zu Verlag gezogen, bis mir jemand sagte: „Sie sind ein so junges Mädchen – holen Sie sich doch Unterstützung!“ und mir die Visitenkarte von Thomas Montasser in die Hand drückte. Der hatte unter anderem Jenny-Mai Nuyen durchgesetzt…

… die ebenfalls sehr jung sehr erfolgreich war…

Carina Bargmann: … und mich gleich total nett aufgenommen. Ich kenne mich nicht aus mit Verhandlungen, Verträgen, Honoraren und im richtigen Umgang mit Verlagen. Ein Bekannter von mir, der auch schreibt, hat sich für den anderen Weg entschieden und arbeitet mit Amazon, Apple usw., wobei er sich von einem erfahrenen Lektor unterstützen lässt. Ich bin Geschichtenerzählerin, er ist Autor und gleichzeitig Vermarkter, das ist der Unterschied zwischen uns. Ich bin froh, dass mein Agent die Vermarktung übernimmt. So konnte ich mich aufs Wesentliche konzentrieren – aufs Schreiben und auf mein Abi…

Mit seiner Firma alVoloConsult berät Michael Lemster Verlage, E-Commerce-Unternehmen, Buchhändler und Dienstleister bei Geschäftsentwicklung, Programm, Business- und Datenprozessen. Die Qualitätssicherung von Katalogdaten ist sein Spezialgebiet. Daneben publiziert er in Fach- und Publikumsmedien.

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