Autoren Diesjähriger Kakehashi-Literaturpreis geht an Artur Becker und Tsuzuko Abe

Der diesjährige Kakehashi-Literaturpreis geht an den Schriftsteller Artur Becker und die japanische Übersetzerin Dr. Tsuzuko Abe. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung wird im Oktober 2022 in Tokyo verliehen.

Die Jury hat Beckers Roman „Drang nach Osten“, erschienen bei weissbooks, unter sieben Einreichungen ausgewählt. Becker gelinge es in seinem Roman, „auf verschiedenen Ebenen zwischen Zeiten und Kulturen Brücken schlagen“, so die Juroren bei der Jurysitzung im April. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Goethe-Instituts Tokyo. Der Kakehashi-Literaturpreis wird seit 2013 alle zwei Jahre durch das Unternehmen Merck Japan und das Goethe-Institut Tokyo verliehen, um die deutschsprachige Gegenwartsliteratur und ihre Übersetzungen in Japan zu fördern.

Im Mai dieses Jahres hat Artur Becker übrigen im Westend Verlag seinen Essay „Links – Ende und Anfang einer Utopie“ veröffentlicht, in dem er sich mit der aktuellen Krise der Linken auseinandersetzt und der Frage nachgeht, was denn „links“ heute eigentlich noch bedeutet. Seine Analyse: Wenn der Begriff „links“ endlich wieder mit Inhalt gefüllt werden soll und die Linke wieder zu einer gesellschaftlichen Kraft werden will, dann muss sie zurück zu ihren Wurzeln: Sie muss die Utopie wieder stark machen – und zwar nicht als einen nie zu erreichenden Wunschtraum, sondern als kämpferische Vision für eine neue und gerechtere Welt.

Artur Becker, geboren 1968 in Bartoszyce (Polen), lebt seit 1985 in Deutschland, zurzeit als Artist in Residence im Hotel Lindley in Frankfurt am Main. Er ist Lyriker, Essayist, Romancier, Publizist und Übersetzer und debütierte 1984 mit Gedichten in der Gazeta Olsztyńska. Seit 1989 schreibt er auf Deutsch. 1997 erschien sein erster Roman »Der Dadajsee«, 1998 sein erster Gedichtband »Der Gesang aus dem Zauberbottich«. Mittlerweile hat er mehr als 20 Bücher veröffentlicht, u.a. die Romane »Wodka und Messer. Lied vom Ertrinken«, »Der Lippenstift meiner Mutter«, »Drang nach Osten« oder den Essayband »Kosmopolen. Auf der Suche nach einem europäischen Zuhause«. Er schreibt für die Frankfurter Rundschau, die Neue Zürcher Zeitung und Rzeczpospolita. Becker wurde mit dem Chamisso-Preis (2009) sowie dem Dialog-Preis (2012) ausgezeichnet und hielt 2020 die Dresdner Chamisso-Poetikdozentur.

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