Drei Fragen an Albert Daming, Geschäftsführer der wissenschaftlichen Buchhandlung „promoculture“ in Luxemburg zu seinem offenen Brief an die AWS-Geschäftsführung

Gestern publizierten wir in BuchMarkt-Online den offenen Brief von Albert Daming an die Vorstandsmitglieder der AWS [mehr…]. Im Interview mit BuchMarkt-Online äußert sich Daming nun noch einmal zu seinen Beweggründen.

BuchMarkt: Sie haben diesen Brief bereits vor einiger Zeit direkt an die Vorstandsmitglieder der AWS geschickt. Gab es wirklich gar keine Reaktion? Was glauben Sie, woran das liegt?
Albert Daming:Der Brief wurde an sämtliche Vorstandmitglieder verschickt, sowohl aus dem Aktuellen wie aus dem „Alten“. Bis heute habe ich nur eine Antwort erhalten – und dies noch von einem „alten“ Vorstandsmitglied, was mich sehr enttäuscht.
Woran das liegen mag? Vielleicht bin ich der Einzige, der diese Kursänderung bemängelt, und alle anderen Kollegen fühlen sich nicht angesprochen? Was ich sicher weiß, ist, dass es wenig Sinn macht, immer wieder nur zu weinen und sich über die „bösen“ Verlage oder Mitbewerber aufzuregen, und dabei zuzulassen, dass die Auswahl seines eigenen Sortimentes immer mehr verwässert.

Ihre Vorwürfe sind zum Teil scharf formuliert. Glauben Sie, dass diese Form der Ansprache notwendig ist, um die Kollegen zu „wecken“?
Deutsch ist eine schwere Sprache – und nicht meine Muttersprache. Ich kann also jetzt nicht nachvollziehen, was „scharf“ formuliert worden ist, respektive wie diese „Schärfe“ bei deutschen Lesern rüberkommt.
Ich hoffe aber, dass endlich ein paar Kollegen aufwachen und sich mit mir über die Zukunft „unserer“ AWS aussprechen möchten. Kopfnicker, sowie solche, die mit Vorliebe Vogel-Strauß-Politik betreiben, sind zwar noch immer die „beliebtesten“ Mitglieder eines jeden Verbandes. Unsere Branche geht aber unruhigen Zeiten entgegen, wir sollten endlich Nägel mit Köpfen machen.

Was wird Ihre Reaktion sein, wenn Ihre Vorschläge weiterhin undiskutiert bleiben sollten?
Beim Amtsantritt des jetzigen Vorsitzenden habe ich ihm bereits einen ähnlichen Brief geschrieben. Hoffentlich hilft diese erneute Weckruf, dass er und sein Vorstand endlich Klartext reden und allen Mitgliedern sagen, wohin sie die AWS in Zukunft steuern wollen?
Sollte aber jetzt wider Erwarten in Augsburg noch immer keine Reaktion zu merken sein, was ich nicht glaube, kann die AWS nicht mehr für sich in Anspruch nehmen, weiterhin das Sprachrohr des wissenschaftlichen Buchhandels zu sein.

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