Klaus Altepost über Schwarzbuch Waldorf

Das Gütersloher Verlagshaus darf das Schwarzbuch Waldorf wieder ausliefern und will auch in Zukunft für kritische Meinungsfreiheit eintreten. buchmarkt.de im Gespräch mit Verlagsleiter Klaus Altepost darüber, warum er sich weiter für eine kritische Buch-Beiträge einsetzen will.

Klaus Altepost

buchmarkt.de: Sie liefern das Schwarzbuch Waldorf jetzt in einer geschwärzten Fassung wieder aus, nachdem es einen kurzzeitigen Stopp gab. Sehen Sie die Auseinandersetzungen um das Buch damit als beendet an?
Klaus Altepost: Im Prinzip ja. Jetzt wird es endlich um die Auseinandersetzung zur Sache selbst gehen. Dazu haben wir als Verlag ja nie selbst Stellung bezogen – wir wollten nur, dass die Diskussion erlaubt ist und geführt wird.

Nach dem jüngst ergangenen Urteil des Landgerichtes Stuttgart kann man nicht behaupten, dass der „Bund der Freien Waldorfschulen“ mit seiner Klage nennenswerten Erfolg gehabt hätte. Worauf führen Sie dessen aggressives Vorgehen zurück?
Ach, aggressiv ist vielleicht ein wenig zu hoch gegriffen. Die Waldorf-Chefetage wollte eine öffentliche Diskussion verhindern – wir denken, dass dies in einem freien Land, welches die Denk-, Meinungs- und Veröffentlichungsfreiheit für ein wichtiges Gut hält, nicht in Ordnung ist. Zum Glück sehen die Gerichte das genau so.

War der Aufmerksamkeitsschub durch den Prozess dem Erfolg des Buches zuträglich?
Nicht nur dem Erfolg des Buches; nein, dem Erfolg der geistigen Freiheit in Deutschland insgesamt. Jetzt steht doch alles wieder öffentlich auf dem Prüfstand: zunächst einmal das Buch selbst, mit all seinen Stärken und evtl. Schwächen; aber eben auch Waldorf. Und davon können eigentlich nur beide profitieren.

Erst Scientology, nun die Waldorfschulen, es scheint, Sie betreten mit ihren Schwarzbüchern gerne vermintes Gelände. Dürfen die Leser, darf der Handel vom Gütersloher Verlagshaus künftig weiter solch kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Themen erwarten?
O ja, damit treffen Sie den Kern unserer Verlagsarbeit. Ob als „Schwarzbuch“ oder als „Orientierung“, ob als „Analyse“ oder als „Übung“ bezeichnet: Unser Verlag versteht sich u.a. als Plattform für eine kritische Auseinandersetzung mit aktuellen, brisanten Themen mit Wertehorizont. Von dieser immer wieder zu belebenden Wertediskussion her beziehen wir unsere Glaubwürdigkeit, das ist unsere Kernkompetenz. Und das ist gut so.

Interview: CT

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