Thomas Geiger zum Erfolg des Festivals „Kleine Verlage am Großen Wannsee“

Was 2006 als „Gartenmesse“ begann, um das Grundstück des LCB auch in den Ferien zu bespielen, hat inzwischen Tradition. Wir sprachen mit Thomas Geiger, der die Idee zu dem Projekt „Kleine Verlage am Großen Wannsee“ [mehr…] hatte.

Herr Geiger, wie erklären Sie sich den Erfolg dieses Lese- und Verkaufsfestivals?
Thomas Geiger: Das ist einfach eine perfekte Mischung, wenn engagierte Verleger in ungezwungener Atmosphäre auf interessierte Leser treffen. Dazu kommt aber sicher, dass das LCB mit seinem großen Seegrundstück ein idealer Ort ist einen Sommernachmittag zu verbringen.

Haben Sie das Konzept im Laufe der Zeit verändert?
Ja, aber nur in homöopathischen Dosen. Die wichtigste Neuerung war sicher, das Veranstaltungsprogramm zentral zu organisieren. In den ersten Jahren wurde an den Ständen gelesen, das war dann doch zu provisorisch.

Die Verlage werden vom LCB eingeladen. Nach welchen Kriterien wählen Sie aus?
Die Auswahl ist natürlich nicht einfach, denn naturgemäß gibt es viel mehr kleinere Verlage als große. Das wichtigste Kriterium für uns als „literarisches“ Colloquium ist natürlich, dass das Literarische in den Verlagen besonders gepflegt wird. Dann können das aber wieder alle Genres sein. Einen kleinen Vorteil mögen Lyrikverlage haben, aber auch der literarische Essay ist etwa durch den Berenberg Verlag vertreten. Schließlich haben wir hier gerne Verlage aus dem ganzen deutschsprachigen Raum und nicht nur Häuser aus Berlin und Brandenburg.

Gibt es da nicht ein paar Verlage, die schon ein Gewohnheitsrecht haben?
Im Prinzip nein. Aber natürlich gibt es auch unter den „kleinen“ oder unabhängigen Verlagen solche, die besonders erfolgreich sind. Damit meine ich jetzt gar nicht unbedingt ökonomischen Erfolg, sondern vielmehr dass Sie immer wieder überraschende Titel herausbringen – etwa wie der A 1 Verlag in München oder der Dörlemann Verlag aus der Schweiz. Und wenn wir solche relativ erfolgreichen Häuser dabei haben, hilft das auch jenen, die vielleicht erst am Anfang ihrer Verlegerkarriere stehen. Aber es ist schon wahr. Bei keiner unserer Veranstaltungen müssen wir so oft absagen wie bei den „Kleinen Verlagen am Großen Wannsee“. Aber da es ja auch im Juli in Berlin regnen kann, haben wir nur sehr beschränkt Platz.

ml

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