Dieter Noll

Der Schriftsteller Dieter Noll ist in der Nacht zum heutigen Mittwoch im Alter von 80 Jahren gestorben. Er war einer der bekanntesten Schriftsteller der DDR, vor allem mit seinem Antikriegsroman „Die Abenteuer des Werner Holt“, der in der DDR ein absoluter Bestseller war, hier im Westen aber nur Geheimtipp blieb – trotz Vorabdruck im STERN (!) und einer Buchausgabe beim Verlag Schünemann (Bremen) – und einer heute noch gültigen Verfilmung durch die DEFA.

Die Literaturkritik zählt den weitgehend autobiografischen Roman zu den Klassikern der deutschen Antikriegsliteratur. Dass Noll nach dem Mauerfall zu den im deutschen Schriftstellerverband „nicht erwünschten“ Ost-Autoren gehörte, steht auf einem anderen Blatt. Als „linientreuer‘ Genosse hatte er zu DDR-Zeiten Kollegen wie Stefan Heym, Joachim Seyppel und Rolf Schneider wegen ihres Protestes gegen die Biermann-Ausbürgerung als „kaputte Typen‘ beschimpft. Einer wiederholt geforderten Erklärung zu seinem Verhalten verweigerte sich der Autor bis heute. Noll hüllte sich in Schweigen. Nach der Wiedervereinigung schrieb er kein einziges neues Buch.

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