Fabrizia Ramondino

Heute um 17 Uhr findet im Castello von Itri (Latium) eine Trauerfeier für die italienische Autorin Fabrizia Ramondino statt, die am 23. Juni überraschend nach dem Baden an einem Hirnschlag gestorben ist. In Italien trauert man mit Nachrufen (u. a. in Il manifesto) um die große »Femme de lettres« der italienischen Literatur.

Am 31. August 1936 in Neapel als Tochter eines Diplomaten geboren, wuchs Fabrizia Ramondino auf Mallorca, in Südfrankreich und Neapel auf. Sie absolvierte ein Sprachstudium in der Bundesrepublik, schloss sich in den 1960er Jahren der Neuen Linke an und lebte in Rom.

Zusammen mit der A.R.N. (Associazione Risveglio Napoli) gründete sie in Neapel eine Schule für unterprivilegierte Kinder. Nach dem Studium der Romanischen Philologie arbeitete sie zunächst als Lehrerin und seit 1983 als freie Schriftstellerin, Übersetzerin und Literaturkritikerin. Die hochgebildete Kennerin der europäischen Literatur schrieb neben Romanen und Erzählungen Essays zur Literatur sowie Drehbücher und neuerdings auch Gedichte. Zuletzt lebte sie in Itri (Latium).

Bei Arche erschien 1986 Fabrizia Ramondinos neapolitanischer Kindheitsroman „Althénopis. Kosmos einer Kindheit“, übersetzt von Maja Pflug, die auch alle anderen bei Arche erschienenen Bücher kongenial übersetzt hat.

Das weitere Werk ist ebenfalls geprägt von den neapolitanischen Wurzeln der Autorin. Zuletzt veröffentlichte Arche den Band „Die Katze und andere Erzählungen“ (2006). Ein neuer Roman „La via“ ist soeben in Italien bei Einaudi erschienen und wird ebenfalls in der Übersetzung von Maja Pflug bei Arche herauskommen.

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