Fritz Blankenhorn

Fritz Blankenhorn

Wie jetzt erst bekannt wird, ist der Buchgestalter Fritz Blankenhorn (er war Chefgrafiker beim Deutschen Bücherbund; die typischen Simmel-Buchumschläge stammen von ihm) am 22.April 2011 im Alter von 89 Jahren gestorben. Hier ein Nachruf:

Fritz Blankenhorn war bereits über 80 Jahre alt, als er 2004 seine Erinnerungen an die Jahre der Kriegsgefangenschaft veröffentlichte. Das Buch wurde ein großer Erfolg und hat bereits zahlreiche Auflagen erlebt.
Er wurde wurde am 22. August 1921 als ältester Sohn des Justizinspektors Fritz Blankenhorn und seiner Ehefrau Sophie geb. Haase in Neuwied, einer kleinen Stadt am Mittelrhein zwischen Koblenz und Bonn, geboren.
Nach dem Abitur am Humanistischen Gymnasium und Ableistung der halbjährigen Dienstpflicht im Reichsarbeitsdienst begann er im Oktober 1939 ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule Braunschweig. Im Früjahr 1940 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger, war von Juni 1940 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Soldat in Frankreich und Rußland und geriet als Leutnant am 9. April 1945 bei der Kapitulation der Festung Königsberg in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er viereinhalb Jahre später im November 1949 nach Hause zurückkehrte.
Jetzt endlich, inzwischen 29 Jahre alt, konnte Fritz Blankenhorn mit seiner Berufsausbildung beginnen. An den Werkkunstschulen Düsseldorf und Krefeld absolvierte er die Klasse für Gebrauchsgraphik – heute heißt es „Grafikdesign“. Schon in dieser Zeit bescherte ihm das Glück eine enge Verbindung zu den Verlagen Eugen Diederichs und Karl Rauch, für die er seine ersten Buchumschläge entwarf. Diese kreative Arbeit für Bücher und Verlage blieb, genau so, wie er es sich vorgestellt hatte, in den nächsten Jahrzehnten Mittelpunkt seiner Tätigkeit.
1952 heiratete er die Lehrerin Elisabeth Ursula Crome. Die erste Tochter Annegret wurde 1955 geboren. Zu dieser Zeit leitete er sein erstes grafisches Atelier im Pressehaus in Düsseldorf. 1958 holte ihn der Verleger Georg von Holtzbrinck nach Stuttgart. Hier entwarf er mit seinem Team für den Buchclub Deutscher Bücherbund fast dreißig Jahre lang Prospekte und Zeitschriftenlayouts, Schallplattenhüllen und ungezählte Buchumschläge und war darüber hinaus als freier Mitarbeiter für deuitsche und schweizer Verlage tätig. 1959 wurde in Plieningen seine jüngste Tochter Bettina geboren. 1967 Umzug der Familie nach Echterdingen.
Mit 65 Jahren beendete Fritz Blankenhom im Jahre 1986 seine berufliche Arbeit, die er so lange mit Begeisterung und so großem Erfolg ausgeübt hatte. Seitdem beschäftigen neue Themen den glücklichen Großvater zweler Enkelkinder in seinem dritten Lebensabschnitt: zum einen die Aquarellmalerei, die ihn viele Jahre lang auf weite Malreisen in den Süden, in sein geliebtes Griechenland, in die Provence, nach Umbrien und in die Toskana führte, und die daraus resultierenden Ausstellungen, zum anderen die lange Jahre vernachlässigte Kammermusik, der er sich nun als Cellist in seinen Streichquartetten widmen kann. Schließlich begann er Anfang 2001 mit der Aufzeichnung seiner Erinnerungen an die Jahre in Krieg und Gefangenschaft, die im Frühjahr 2004 als Taschenbuch im Rowohlt Verlag erschienen sind (…und fahr’n wir ohne Wiederkehr. Von Ostpreußen nach Sibirien 1944-1949) und innerhalb eines Jahres sechs Auflagen erreichten.

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