Günter Reich

Wie wir jetzt erst erfahren ist Günter Reich am 29.12. 2007 im Alter von nur 67 Jahren an einer schweren Krankheit in

Günter Reich

Veitshöchheim gestorben. Mit ihm hat die buchhändlerische Welt „eines der ganz liebenswürdigen Originale verloren“ sagt Dieter Banzhaf, der das so begründet:

„In meiner langen Laufbahn habe ich niemanden kennengelernt, der den deutschen Buchhandel so kannte wie Günter Reich (GüR genannt). Es waren gewiß mehr als hundert Buchhändlerinnen, die „der liebe Günter“ mit dem vertraulichen Du und mit Vornamen anreden durfte. Von jeder Buchhandlung wußte er mindestens eine erzählenswerte Geschichte oder Begebenheit, Verkaufsgespräche liefen bei ihm sofort im familiären Ton. Durch seinen unendlichen Charme lösten sich selbst kompilzierte Querelen zwischen Verlag und Handel in Luft auf. Dabei war er kein Plauderer – er überwachte stets, daß seine Zusagen peinlich genau ausgeführt wurden. Er liebte GU und dessen Programm und er liebte seine Buchhändler(innen), war stets für beide im Einsatz.“

Die begeisterte er mit Leidenschaft fürs Jugendbuch, zuerst seit 1962 lange bei Arena (19 Jahre), dann vier bei Sauerländer und von 1984 bis Herbst 1987 bei Franz Schneider.

Doch mit der gleichen Freude, die er sich in seiner beruflichen „Jugend“ fürs Jugendbuch einsetzte, wurde der gebürtige Franke dann bei Gräfe und Unzer zum Ratgeber-Spezialisten, baute dort einen modernen Aussendienst auf – und nach seiner Pensionierung Ende 2003 war sein Rat bei der Vertreter-Schulung auch bei anderen gefragt – seit 2004 als freier Berater, u.a. im Groh-Verlag, Gräfelfing, dessen Außendienste er schulte.

Schon bei GU waren seine „Bordsteingespräche“ gefürchtet – etwa, wenn er einem Vertreter-Novizen nach einem gemeinsamen Kundenbesuch seine Beobachtungen mitteilte: „Du bist vom Parkplatz aus direkt in die Buchhandlung gestürmt, ohne die Schaufenster betrachtet zu haben, obwohl eine schöne GU-Präsentation darin war…“ „Man zeigt nicht mit dem Finger auf auf einen Titel, nimm den Kugelschreiber dazu…“ „Schau Dir mal deine Mappe an – Du hast im Gespräch 10 x mit dem Kugelschreiber auf den Titel gehauen, die Folie ist schon verschmiert…….“

Doch schon lange vorher musste er gegen seine Krankheit ankämpfen, die er immer wieder besiegt glaubte. Nicht nur Banzhaf hat bewundert, wie der gebürtige Würzburger immer wieder die Kraft fand, sich gegen die Krankheit zu stemmen: „Er kämpfte wie ein Löwe dagegen, hat die Strapazen des Jakobsweges überwunden (vor HaPe), hat die Krankheit mehrfach niedergerungen. Jetzt konnte ihm niemand mehr helfen.“

Wir trauern mit seiner Familie um einen unvergessenen Weggefährten und ich erinnere mich an (beim Betrachten dieses „Jugendbildes“ hier merke ich: zu wenige) fröhliche Gespräche und so manche fröhliche Runde.

Die Urnenbeisetzung ist am 9.1. um 13 Uhr auf dem Waldfriedhof Veitshöchheim

C.

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