Hans-Helmut Röhring

Der frühere Hamburger Verleger Hans-Helmut Röhring ist am Sonntag im Alter von 64 Jahren an Lungenkrebs gestorben.
Wir trauern um einen alten und bewunderten Weggefährten, der schon lange gewusst hat, dass seine Tage gezählt sind, aber bis zuletzt den Kampf gegen den Krebs nicht aufgegeben hat, wie er uns noch vor wenigen Wochen schrieb: „Via Willenskraft, sagen die Weißkittel, habe ich alles ganz gut im Griff.“

In seiner Ansprache zum sehr frühen Tod seines Freundes Bruno Laudien hatte HHR gesagt: „Wir scheiden von ihm voller Kummer, doch frei von Verzweiflung.“ Das gilt auch für Sie, lieber Hans Helmut Röhring.

Röhrings erste Station war der Piper Verlag gewesen. Von dort wechselte er als Cheflektor zu Hoffmann und Campe und wurde nach dem Ausscheiden von Dr. Albecht Knaus dann Verlagsleiter . Mit Dirk Rasch als Juniorpartner und dessen Vater, dem Osnabrücker Druckereibesitzer Horst Rasch als „stillem Teilhaber“ gründete er den Rasch & Röhring Verlag, der 1985 zum „Verlag des Jahres“ gewählt und 1994 für sein „besonders ambitioniertes Programm“ von der Hamburger Kulturbehörde ausgezeichnet wurde.
Doch obwohl er Prominente wie Otto Waalkes und renommierte Autoren wie Ralph Giordano und Hoimar von Ditfurth publizierte und wiederholt in der „Spiegel“-Bestseller-Liste vertreten war, geriet Röhring 1999 mit seinem Verlag in eine Existenzkrise.
Als Kleinverlag mit allzu breit gefächertem Programm konnte er gegen die großen Publikumsverlage nicht länger bestehen. „Die Luft ist irgendwie raus, der Spaß, die Leidenschaft des Büchermachens ist weg“, sagte er damals im Abendblatt-Interview. Er zog sich zurück, engagierte sich aber bis zuletzt als Tierschützer für die Rettung der afrikanischen Elefanten. Am 27. Februar wollte er wieder für vier Wochen zu „unseren Elis“ aufbrechen. Dazu ist es nicht mehr gekommen.

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