Hellmut Hartwich

Hellmut Hartwich

Hellmut Hartwich, ein Urgestein des Verlagsbuchhandels, ist am 15.3.2011 im Alter von 88 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit (einer Lungenentzündung) gestorben. Er wird am 23.3. in Köln-Rodenkirchen um 12 Uhr bestattet.

Der ehemalige Vorsitzende des Bundesverbandes der Deutschen Versandbuchhändler war auch dessen Ehrenpräsident auf Lebenszeit und Träger der Goldenen Nadel des Börsenvereins.
Sein Sohn Till Hartwich, der uns die Nachricht überbringen musste, tröstet uns: „Er hat nicht gelitten, ist zwei Tage vor seiner Krankenhauseinweisung noch Auto gefahren und hat meiner Mutter am Vortag noch zwei Zeitungen vorgelesen.“ Mich hat die Nachricht in Leipzig am Messestand erreicht; ich trauere mit seiner Famlie um einen Freund; wir haben oft miteinander telefoniert….
Zu seinem 85. Geburtstags habe ich ihm an dieser Stelle so gratuliert:
Hellmut Hartwich wird heute 85 Jahre alt. Das bedeutet aber nicht {alt – er gehört in die Reihe meiner Freunde, die es schaffen, alle Vorurteile über das Älterwerden zu entkräften (kleine Gebrauchsspuren ausgenommen).
Dazu möchte ich ihm heute ganz besonders herzlich gratulieren (und nehme das zum Anlass, mich bei ihm für unsere regelmäßigen Telefonate und seine Faxe zu bedanken. Was er mir regelmäßig aufs Fax legt, selbst aus dem Urlaub, das bleibt unser Geheimnis, ich sage nur: Ich brauche kein FAZ-Abo….). Und ich werde ihn – das ist mein Geschenk – heute doppelt verblüffen:
Denn erstmals (!) werde ich hier seinen Vornamen richtig (mit zwei l) schreiben. Und ebenso erstmals (!) werde ich erwähnen, dass der Bundesverband der Deutschen Versandbuchhändler e.V. ihn am 7. Mai 1989 zum Ehrenpräsidenten auf Lebenszeit ernannt hat – bislang habe ich ihn im BuchMarkt immer fälschlich (aber konsequent) zum Ehrenvorsitzenden gemacht. Verdient hat er sich diese Auszeichnung durch zwölf Jahre als dessen Vorsitzender – und durch eine wohl einmalige und unwiederholbare Amtsführung. Damals hieß es im Börsenblatt zu Recht: „Das Ende einer Ära“.
Was ihn auszeichnet und wofür ich ihn bewundere: Der frühere BertelsMann und Gründer der GLB (heute im Weltbild-Verbund) hat auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben nicht aufgehört, mit der Branche und mit Büchern zu leben. Für einen dieser „Rückfälle“ inserierte er (das war 1995) im Börsenblatt: „Ein Mensch, der Bücher stets geliebt, teilt mit, dass es ihn wieder gibt“.
Hellmut, ja, Dich gibt es, daran erinnern mich jeden Tag die Literazzia Bände von Hans Reimann auf meinem Schreibtisch, die ich fast alle von Dir habe und in denen ich oft blättere.
Ich habe heute nachgelesen, was alles in unserem Archiv über Dich steht, was Du alles angestoßen hast – und mir fallen Bruchstücke unserer meist sonntäglichen und meist fröhlichenTelefonate ein, in denen nicht nur von der Branche die Rede ist, sondern in denen Du mir auch von Eugen Roth und Fred Endrikat vorschwärmst.
Sei zum Geburtstag herzlich umarmt von
Deinem C.
(ich freue mich schon jetzt auf das Fax zum Monatsbeginn mit einem der Kästner-Monatsgedichte)“}
Ich bin traurig, dass diese Faxe jetzt nicht mehr kommen.

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