Klaus Werner

Klaus Werner

Der Verleger Klaus Werner, geboren am 4. August 1919, ist gestern im Alter von 88 Jahren gestorben.

Ohne den gebürtigen Berliner gäbe es BuchMarkt nicht, er hatte 1966 die Gründung meiner Zeitschrift erst möglich gemacht: Er finanzierte nicht nur unsere Idee; es waren auch seine vielen Kontakte innerhalb der Branche, die dem BuchMarkt schon vom Start weg eine ökonomisch gute Basis gaben.

Denn gemeinsam mit seinem Vater hatte er nach dem Krieg in Düsseldorf den Werner Verlag für Bautechnik, Bauwirtschaft und Baurecht aufgebaut (der viele Jahre später an Kluwer ging), sich aber ebenso intensiv immer auch vielen ehrenamtlichen Aufgaben gestellt.

Die Liste seiner Ehrenämter ist länger als üblich: Er war von 1959 bis 1967 aktiv im Börsenverein (u.a. als Rechnungsprüfer, Tätigkeit im Haushaltsausschuss und stellv. Vorsitz der Abgeordnetenkammer); zwölf Jahre in der Geschäftsführung des Verbandes der Verlage und Buchhandlungen in NRW (u. a. als Vorsitzender und als Schatzmeister); von 1960 bis 1977 regelmäßige Mitarbeit im Verband der Schulbuchverlage und dem Institut für Bildungsmedien; zwanzig Jahre Vorstandsmitglied im Verein der Zeitschriftenverlage in NRW und zwei Jahre lang Vorsitzender; zwölf Jahre Mitarbeit im Verband Deutscher Zeitschriftenverleger und vierJ ahre Mitglied des Vorstandes; dazu vier Jahre Vorsitzender des Junioren-Clubs der IHK Düsseldorf.

Seine größte Leistung damals: Er boxte die Lernmittelfreiheit durch. Das Schulbuchgeschäft blieb — anders als in anderen Bundesländern — damals dem Sortimentsbuchhandel in NRW erhalten

Sein Credo war immer: „Ich bin der Meinung, daß es Aufgabe jeden Unternehmers ist, auch einmal Aufgaben in seinem Berufsverband zu übernehmen, selbst wenn er für sich zunächst keine Vorteile davon hat.“

In seinem Fall gab es aber indirekt doch einen Lohn: Die BuchMarkt-Gründung war nur durch sein Engagement für unsere Branche denkbar und begründet. Ihm ging es um die Sache, denn dass das Magazin wirklich eine Chance am Markt haben würde, daran war damals nicht wirklich zu denken.

Was ihm innerhalb des Börsenvereins nicht nur Freunde machte, denn schnell witterte man Interessenskollisionen; er warf im Ärger das Handtuch. Das führte dazu, dass seine Brücken zum Verband ganz abgebrochen wurden: Bis zu seinem Tode hat er vergeblich gehofft, für seinen Einsatz für die Branche doch noch irgendwie geehrt zu werden.

Auch mein Verhaltnis zu ihm war in den letzten Jahren etwas belastet: Unsere voller Vertrauen und Begeisterung gestartete Partnerschaft war zum Schluss nur noch von Sachlichkeit geprägt. Aber ich werde nie seinen Mut vergessen, meinem Freund Eberhard Dickert und mir die Chance zur BuchMarkt-Gründung zu geben.

Dafür und für vorher über dreißig Jahre ungetrübter Zusammenarbeit bin ich dankbar.

Christian v. Zittwitz

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