Literaturwissenschaftler Reinhard Baumgart

Reinhard Baumgart, einer der renommiertesten deutschen Literaturwissenschaftler, Essayisten und Kritiker verstarb gestern im Alter von 74 Jahren plötzlich und unerwartet.
Baumgart wurde am 7. Juli 1929 in Breslau-Lissa geboren. Er studierte in München, Glasgow und Freiburg Geschichte, deutsche und englische Literatur und promovierte 1954 bei Walter Rehm über „Das Ironische und die Ironie in den Werken Thomas Manns“. In den 50er Jahren unterrichtete er an der Universität Manchester und war Lektor im Münchner Piper Verlag. Seit 1962 lebte Reinhard Baumgart als Schriftsteller und Publizist in Grünwald und Berlin; 1964/65 arbeitete er als ständiger Literaturkolumnist beim SPIEGEL, 1970 bis 1975 als Theater-, Film- und Literaturkritiker bei der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG; seit 1987 war er fester freier Mitarbeiter der ZEIT und ab 1990 Professor für Deutsche Literaturwissenschaft an der Technischen Universität Berlin.
Reinhard Baumgart war Mitglied des PEN-Zentrums, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie der Akademie der Künste Berlin, für sein essayistisches Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Er veröffentlichte in den frühen sechziger Jahren zwei Romane, 2002 erschienen seine Erzählungen „Glück und Scherben. Drei lange Geschichten, vier kurze“.
In den vergangenen Monaten hat Reinhard Baumgart das Manuskript seiner Lebenserinnerungen abgeschlossen, in denen er seinen Lebensweg von der Kindheit in Oberschlesien in die Bundesrepublik der Nachkriegszeit erzählt. Einen Schwerpunkt bildet natürlich die Literatur, die Baumgart von den Anfängen der Gruppe 47 bis in unsere Tage begleitet hat.

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.