Manfred Bofinger

Der Grafiker und Karikaturist Manfred Bofinger ist im Alter von 64 Jahren gestorben.

Manfred Bofinger
© Günter Prust

Der ehemalige „Eulenspiegel“-Illustrator und Autor zahlreicher Kinderbücher hatte seit Ende 2004 nach einem Gehirnschlag im Koma gelegen.

Bofinger, den Freunde und Fans auch „Bofi“ nannten, kam 1941 in Berlin zur Welt. Nach dem Abitur absolvierte er eine Lehre als Schriftsetzer. Von 1961 bis 1968 war er Typograf beim Ostberliner Humor- und Satiremagazin „Eulenspiegel“. Danach arbeitete er freier Grafiker, Cartoonist und Autor.

Einem breiten Publikum bekannt wurde er durch seine jahrzehntelange Mitarbeit als Karikaturist beim „Eulenspiegel“. Er illustrierte auch zahlreiche Bücher.

Bofinger schrieb auch selbst. Unter dem Titel „Der krumme Löffel. Miniaturen einer Kindheit“ (1999) berichtete er über seine Jahre im Nachkriegs-Berlin. Bofinger hatte ein besonderes Verhältnis zu Kindern. Er illustrierte nicht nur Bücher für sie wie „Ein dicker Hund. Geschichten mit Kindern“ (2003), sondern besuchte sie auch immer wieder in Kindergärten, Schulen und Bibliotheken. Bofinger-Bücher für Kinder, darunter „Das Gänsehautbuch (Ein ABC des Grauens)“ und „Das Menschenfresserbuch (oder Die Kannibalische Menschheitsgeschichte)“, wandten sich mit heiterer, hintersinnig-prägnanter Komik gegen Konsumterror und Kapitalismus.

Zahlreiche von Bofingers Büchern wurden als „Schönstes Buch“ ausgezeichnet. Außerdem erhielt er unter anderem 1981 den Kunstpreis der DDR, 1987 den Goethepreis der Stadt Berlin und 1989 den Hans-Baltzer-Preis sowie 2002 die Rahel-Varnhagen-Medaille. Bofinger illustrierte unter anderem Ausgaben von Werken Mark Twains, Christoph Heins und Otto Julius Bierbaum.

Seit Bofinger vor mehr als einem Jahr ins Wachkoma fiel, bangten Familie, Freunde und Fans um sein Leben. Zu seinem 64. Geburtstag im Oktober 2004 organisierten sie ihm in Berlin eine Ausstellung „Manfred Bofinger zum Geburtstag – Zeichnungen aus vier Jahrzehnten“.

Im Herbst 2006 wird im Aufbau-Verlag posthum (zu seinem 65. Geburtstag im Oktober) erscheinen: „Das Leben eben. Betrachtungen aus nächster Nähe“. Kiez-Geschichten von Manfred Bofinger; mit zahlreichen Illustrationen von verschiedenen Illustratoren. „Dieses Buch wird nun eine Hommage an den viel zu früh verstorbenen, in seiner humorvollen und freundlichen Art einmaligen und unvergessen bleibenden Künstler und Menschen Manfred Bofinger“, kommentiert der Verlag.

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