Stefan Heym / W.G. Sebald

Stefan Heym ist tot. Geboren als Hellmuth Flieg am 10. April 1913 in Chemnitz, gehört er zu den bekanntesten deutschen Schriftstellern dieses Jahrhunderts. 1933 emigrierte er in die CSR, 1935 siedelte er in die USA über. 1943 trat er in die US-Army ein und nahm teil an der Invasion in der Normandie. Heym lebte als politischer Autor in der DDR, wo seine Bücher entweder gar nicht oder nach großen Querelen veröffentlicht wurden. Seine politishe Geradlinigkeit, die ihn lange Jahre zu einer Integrationsfigur für Intellektuelle in Ost und West macht, machte ihm auch nach der Wende wenig Freunde: Als Alterpräsident des deutschen Bundestages und Mitglied der PDS blieb er politisch auch im vereinten Deutschland das, was er in der DDR gewesen war: unbequem. Seine bekanntesten Werke: Kreuzfahrer von heute, Der König David Bericht, 5 Tage im Juni, Schwarzenberg, Nachruf, Collin.

Am vergangenen Freitag starb W.G. Sebald bei in Norwich bei einem Autounfall. Der 1944 im Allgäu geborene Literaturwissenschaftler zog 1966 als Dozent nach Manchester und verlegte wenig später seinen Wohnsitz ganz nach Ostengland. Britische Zeitungen würdigten ihn am Sonntag als einen der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart. Der Tod W. G. Sebalds sei „ein furchtbarer Schlag für die europäische Literatur“, schrieb die Zeitung „Observer“. Sebald galt als Anwärter auf den Literatur-Nobelpreis. Sein Werk umfasst neben literaturwissenschaftlichen Arbeiten etwa über Carl Sternheim und Alfred Döblin Romane, Essays, Erzählungen, Lyrik und Hörspiele. Für sein zuletzt erschienenes Buch „Austerlitz“, die Vita eines jüdischen Flüchtlings, wurde ihm der Bremer Literaturpreis zugesprochen, der am 28. Januar 2002 überreicht werden sollte.

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