"In seinen Büchern wird sein innovatives theologisches Denken deutlich, das seiner Zeit oft voraus war" Hans Küng

Der Herder Verlag trauert um seinen langjährigen Autor Hans Küng. „Ich kannte Hans Küng lange und durfte bei ihm in Tübingen studieren. Für uns als Haus war es eine große Ehre und publizistische Verpflichtung, im vergangenen Jahr die Gesamtausgabe dieses großen Denkers abzuschließen“, so Verleger Manuel Herder.

Der Herder Verlag erinnert: „Hans Küng hat ein umfangreiches und vielschichtiges Werk verfasst, in dem er sich mit theo­logischen Kernthemen (etwa Gotteslehre, Christus, Kirche, Rechtfertigung, Eschatologie, Ökumene), dem Dialog der Religionen, dem Projekt Weltethos oder der Frage nach einem menschenwürdigen Sterben auseinandersetzte. In seinen Büchern wird sein innovatives theologisches Denken deutlich, das seiner Zeit oft voraus war.

Erst im Herbst 2020 wurde im Verlag Herder die 24-bändige Reihe Hans Küng – Sämtliche Werke abgeschlossen, an der Küng selbst bis zuletzt mitgearbeitet hat. Der letzte Band Begegnungen schließt mit Küngs geistigem Vermächtnis Was ich glaube, das seine Positionen in zentralen theologischen und existentiellen Fragen zusammenfasst.

Hans Küng wurde 1928 in Sursee im Kanton Luzern geboren, studierte Philosophie und Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und wurde 1954 zum Priester geweiht. Seine Dissertation schrieb er über die Theologie der Rechtfertigung bei Karl Barth. 1960 erhielt er den Ruf nach Tübingen als Professor für Fundamentaltheologie sowie ab 1963 als Professor für Dogmatik und Ökumenische Theologie und Direktor des Instituts für Ökumenische Forschung. Am Zweiten Vatikanischen Konzil wirkte Hans Küng als Peritus intensiv mit. Seine reformorientierten Arbeiten zur Ökumene, vor allem aber zur Lehre von der Kirche und deren Ämterstruktur sowie seine Überlegungen in der Christologie, der Gotteslehre und der Mariologie führten 1979 zum Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis. Küng blieb in Tübingen, wurde fakultätsunabhängiger Professor für Ökumenische Theologie und blieb Direktor des Instituts für Ökumenische Forschung. Er gründete die Stiftung Weltethos. Hans Küng erhielt zahlreiche Auszeichnungen, Ehrendoktorwürden sowie das Bundesverdienstkreuz mit Stern.“

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