Das Sonntagsgespräch Holger Volland: „Ein Business-Inkubator für kreative Leute“

Holger Volland

Die Digitalisierung hat die Kultur- und Kreativlandschaft grundlegend verändert. Vielerorts brechen „klassische“ Einnahmequellen weg und es fehlt an Ideen, wie dieser Entwicklung zu begegnen ist. THE ARTS+ möchte das ändern und bietet mit Messe und Konferenz einen Rahmen, um die Chancen der Digitalisierung zu diskutieren und neue Geschäftsmodelle auf den Weg bringen. Wir sprachen mit Holger Volland (Foto), Mitgründer von THE ARTS+, über das neue Konzept.

Holger Volland, Sie sind einer der Gründer von THE ARTS+. Was können wir uns darunter vorstellen?
Holger Volland: Auf der Buchmesse in Frankfurt (in Halle 4.1.) wird ein eigener, unabhängiger Marktplatz eingerichtet, getragen durch eine Partnerschaft zwischen der Medienunternehmerin Christiane zu Salm und der Frankfurter Buchmesse. THE ARTS+ findet in diesem Jahr erstmals statt und ist nicht nur Messe, sondern auch Konferenz (am 19.10.) und vor allem Begegnungsstätte für die gesamte Kultur- und Kreativbranche.

Wie würden Sie das Konzept und die Veranstaltung THE ARTS+ beschreiben?
Ich nenne es einen Business-Inkubator für kreative Leute und die Künste. THE ARTS+ ist eine Plattform, mit der wir dem Potenzial digitaler Kulturgüter zum Durchbruch verhelfen. Und da diese Branche darüber hinaus einen unermesslichen kulturellen und politischen Wert für die Gesellschaft hat, werden wir mit allen relevanten Entscheidungsträgern ins Gespräch gehen, vor allem mit Politikern und Vertretern der Öffentlichkeit, aber auch mit Künstlern wie dem großartigen David Hockney.

Was können Teilnehmer von THE ARTS+ erwarten?
THE ARTS+ wird über mehr als 2.000 m2 Ausstellungsfläche verfügen, um ihren Gegenstand erfahrbar und konkret zu machen. Es wird viele Matchmaking- und Business-Sessions geben für Profis aus allen kreativen Bereichen. Besucher können virtuelle Realitäten und 3D-Kunst oder auch neue digitale Kreativwerkzeuge und Produktionstools für digitale Architektur, Mode und Design entdecken.

Welche Institutionen werden auf der Fläche vertreten sein?
Besucher können an Workshops zur Rolle der Museen und Kulturinstitutionen teilnehmen, vertreten sind The Metropolitan Museum of Art in New York und das Van Gogh Museum in Amsterdam. Viele Cluster der Kreativindustrie werden präsent sein, ebenso wie Technologieunternehmen. Unter den ersten Kooperationspartnern sind Kunstverlage wie TASCHEN genauso wie kulturelle Plattformen wie EUROPEANA und das Google Cultural Institute.

Können Sie uns einen Vorgeschmack auf die Konferenz von THE ARTS+ geben?
Die Konferenz ist für diejenigen gedacht, die direkt mit Vordenkern und Einflusspersonen über Themen wie neuartige Zahlungsmethoden, neue Produktions-Ökosysteme oder die Rolle geistigen Eigentums in der Kulturbranche sprechen wollen. Wir freuen uns auf Redebeiträge von Julia Stoschek, einer anerkannten Sammlerin von Medienkunst, und von Bas Korsten, dem Kreativdirektor hinter „The Next Rembrandt“ – einem Algorithmus, der es gelernt hat, wie Rembrandt zu malen. Bestseller-Autor und Web-Visionär Jeff Jarvis wird einem Panel vorsitzen, das er erstmalig beim World Economic Forum eingeführt hat.

Was ist darüber hinaus geplant?
Architekten werden sich über Einflüsse des Digitalen auf ihren Beruf unterhalten. Auch Künstler werden anwesend sein und Wissenschaftler vom MIT. Zwei Schwerpunktsessions werden sich mit jeweils einem sehr besonderen und aufregenden Projekt auseinandersetzen. In einer der beiden Sessions wird Matthias Röder, Geschäftsführer des Eliette und Herbert von Karajan Institutes und verantwortlich für Lebenswerk und Vermächtnis von Karajan, darüber sprechen, wie die Erfahrung klassischer Musik heute durch das nutzbar gemachte künstlerische Wissen eines Dirigenten und neue Verbindungen von Musik, Technologie und Daten neu gestaltet werden kann. In der „hacking documenta“-Session werden wir an einer Zukunftsstrategie für die international renommierte Kunstausstellung arbeiten, die höchstwahrscheinlich das wichtigste Archiv zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum darstellt (mit einem Bestand von 1,5 Mio. Dokumenten).

THE ARTS+ Fair
THE ARTS+ Fair findet in Halle 4.1 auf der Frankfurter Buchmesse statt und wird zum Treffpunkt von Museums- und Agenturvertretern, Künstlern, Entwicklern, Verlegern und Vertretern aus Politik und Medien. Eine beeindruckende Vielfalt an Ausstellern präsentiert ihre innovativen Ansätze für Museen, Architektur- und Designbüros. Kurz: Hier treffen sich die Protagonisten der Kultur- und Kreativszene von morgen.
Neben Ausstellungsfläche wird ein umfangreiches Programm auf drei verschiedenen Bühnen geboten: THE ARTS+ Lab, THE ARTS+ Salon und THE ARTS+ Runway.

THE ARTS+ Conference
Bei der englischsprachigen Auftaktkonferenz am 19. Oktober vermessen Künstler, Unternehmer, Medienmacher und Wissenschaftler die Herausforderungen der Digitalisierung in der internationalen Kultur- und Kreativszene. Das Themenspektrum ist vielfältig und behandelt vor allem den Einfluss von Technologien wie Blockchain oder neuen Währungen wie Bitcoin auf den Kunstmarkt, geht der Definition von Intellectual Property in Zeiten von 3D-Druck nach und zeigt neue Formen künstlerischer Praxis, angeregt durch Technologien wie Artificial Intelligence oder Virtual und Augmented Reality. Neben Präsentationen und Panels sind Roundtable-Gespräche und Workshops geplant, die diese Themen in kleinen Arbeitsgruppen vertiefen.
Bestätigte Sprecher sind u.a.: Jeff Jarvis, Bas Korsten, Julia Stoschek, Tobias Rehberger, Carlo Ratti

THE ARTS+ im Netz:
Website: http://theartsplus.com/
Facebook: https://www.facebook.com/theartsplus/
Twitter: https://twitter.com/THE_ARTS_PLUS
Instagram: https://www.instagram.com/the_arts_plus/

Tickets
THE ARTS+ Fair können Sie mit dem Fachbesucherticket der Frankfurter Buchmesse besuchen. An THE ARTS+ Conference können Sie mit dem Conference-Ticket teilnehmen. Dieses beinhaltet: Tagesticket für die Konferenz, 5 Tage THE ARTS+ Fair, 5 Tage Frankfurter Buchmesse.
Zum Ticketshop: http://theartsplus.com/tickets/

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