Das Sonntagsgespräch Mairdumont-GF Uwe Zachmann über die Zukunft von Printprodukten und neue Formen der Kooperation mit dem Handel

Trotz des Vormarschs digitaler Medien: Uwe Zachmann ist sich sicher, dass der stationäre Handel auch in Zukunft gute Absätze mit Printprodukten erzielen kann – wenn die Sortimenter wieder mehr Kooperationsbereitschaft und Mut zeigten.

Das war Anlass für ein Gespräch mit dem Vertriebs- und Marketing-Geschäftsführer des Touristikprimus’ Mairdumont.

Uwe Zachmann: Wir wollen dazu beitragen,
dass die Menschen wieder gerne ein Geschäft betreten,
um in Büchern zu stöbern

In den vergangenen Wochen wurde viel darüber geredet und geschrieben, dass Verlage das Printgeschäft und demzufolge auch den Buchhandel vernachlässigen würden, um sich auf neue elektronische Felder zu konzentrieren …

Uwe Zachmann: Aus Gesprächen mit vielen Kollegen aus anderen Verlagen weiß ich, dass das definitiv nicht der Fall ist.

Aber bieten sich digitale Medien im Reiseführer-Sektor nicht geradezu an?

Wir bei Mairdumont arbeiten an beiden Feldern. Natürlich versuchen wir die Chancen, die sich im digitalen Markt bieten, zu nutzen und haben eine Menge neuer Projekte gestartet. Daneben wird aber das Printgeschäft nicht vernachlässigt. Wir tun alles dafür, hier zu Stabilität oder sogar Wachstum zu kommen und das Sortiment in allen notwendigen Punkten zu unterstützen. Es gibt bei uns keinerlei Einsparungen bei der Entwicklung von Printprodukten. Im Gegenteil: Dem Marco Polo-Relaunch in diesem Jahr werden weitere Neuerungen in den nächsten Jahren folgen. Das Kompass-Radprogramm ist in den letzen zwei Jahren enorm schnell aufgebaut worden. Das sind nur zwei Beispiele; dazu könnte ich Ihnen noch viele weitere nennen. Auch bei Werbung und Verkaufsförderung wird nicht gespart. Wir arbeiten mindestens auf demselben Niveau weiter wie bisher.

Stellen Sie sich dabei auch auf neue Formen der Zusammenarbeit mit dem Buchhandel ein?

Aber sicher. Bei Thalia, DBH und Mayersche, aber auch bei vielen anderen Sortimentern hat sich das Aufgabenspektrum unseres Verkaufsteams schon seit Jahren deutlich verändert. Heute steht nicht mehr allein die Vorstellung neuer Titel im Vordergrund, sondern es geht darum, die Sortimenter auch beim Abverkauf und bei Nachbestellungen zu unterstützen. Unsere Vertreter sind heute Berater, die es auch als ihre Aufgabe ansehen, gemeinsam mit den Sortimentern Strukturen und Programme zu überprüfen und anzupassen, Vergleiche mit dem Markt und ähnlichen Buchhandlungen anzustellen, dem Geschäft immer wieder Impulse zu geben durch Veränderung von Präsentationen oder durch Verkaufsförderungsmaßnahmen, usw.

Und das funktioniert?

Woran es uns häufig fehlt, ist die Bereitschaft im Sortiment zu einer solchen Kooperation, zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit dem gemeinsamen Ziel, für jedes Geschäft entsprechend seinem Profil und seiner Lage das passende Sortiment zu finden und weiterzuentwickeln. Auch die Bereitschaft, über spannende und attraktive Präsentations- und Angebotsformen gemeinsam mit uns nachzudenken, fehlt häufig. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass die Menschen wieder gerne ein Geschäft betreten, um in Büchern zu stöbern.

Ihrer Meinung nach könnte der stationäre Handel also auch in den kommenden Jahren gute Absätze mit Printprodukten erzielen?

Selbstverständlich. Das erfordert aber ein höheres Maß an Kooperation und die Bereitschaft zu Veränderungen. Deutlich machen möchte ich das an unserer Marco Polo-Sommerkampagne, bestehend aus einem Gewinnspiel mit Verbraucherwerbung und einer interessanten Dekoration. Auch die Konditionen hierfür waren und sind äußerst attraktiv. Mehr kann man eigentlich nicht mehr bieten. Und trotzdem geht die Zahl der Teilnehmer von Jahr zu Jahr zurück. Wir werden das Sortiment auch weiterhin mit ähnlichen Kampagnen unterstützen und hoffen natürlich, dass das Sortiment diese zukünftig mit mehr Mut und eigenem Engagement einsetzt.

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