Das Sonntagsgespräch Michael Serrer: Erste Indie-Regionalbuchmesse in Düsseldorf startet im September

Es ist eine Premiere für die Landeshauptstadt Düsseldorf: Am 6. und 7. September findet unter dem Titel „text & talk“ im Goethe-Museum in der Jacobistraße (jeweils 11 bis 18 Uhr) eine erste Buchmesse mit Regionalverlagen statt. Natürlich gibt es auch ein literarisches Begleitprogramm.

Michael Serrer, Leiter des Literaturbüros NRW, über das Konzept dieser Premieren-Messe.

BuchMarkt: Die großen Buchmessen bangen um jeden Aussteller, dagegen schießen in letzter Zeit die Regionalmessen wie Pilze aus dem Boden. Für Sie ein Widerspruch?

Michael Serrer

Michael Serrer: Nein, gar nicht. Einmal, denke ich, ist es eine Kostenfrage: Mit unserer Teilnahmegebühr von 75 Euro sind wir wirklich moderat, wenn man z.B. Frankfurt dagegenhält. Und ein Argument ist sicher auch, dass so eine Regionalmesse überschaubar ist: Machen wir uns nichts vor – bei den großen Buchmessen haben die kleineren Verlage einfach nicht die Chance, so auf sich aufmerksam zu machen wie bei unserer Veranstaltung.

Haben Sie keine Angst, daß eine solche Messe zu wenig Publikum zieht?

Auch das nicht. „text & talk“ hat ja sozusagen einen sehr erfolgreichen Vorgänger: Diese speziell auf Kleinverlage des bevölkerungsreichsten Bundeslandes ausgerichtete Messe gab es im letzten Jahr bereits auf dem Kulturgut Schloß Nottbeck in Oelde mit einem Fachpublikumstag, einem Publikumstag und dem traditionellen antiquarischen Büchermarkt [mehr…]. Da kamen die Leute in Scharen.

Also eine Buchmesse, die alternierend an zwei verschiedenen Orten stattfindet?

So ist das Konzept. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass– Publikumserfolg vorausgesetzt – dieser Wechsel über Jahre funktionieren wird

Ein Wort zu den Ausstellern…

40 Verlage aus der Region, wir sind ausgebucht. Darunter bekannte Verlage wie Weidle, Lilienfeld, Pendragon – aber eben auch viele Verlage, die man entdecken kann.

Nur Verlage aus NRW?
In diesem Jahr ja. Aber vielleicht kann man in einer späteren Ausgabe auch an Gastverlage aus anderen Bundesländern denken. Mehr als 40 Verlage hätten wir auf den zwei Etagen im Goethe-Museum auch nicht untergekriegt – wir müssen eh schon die Vitrinen wegräumen. Zuerst hatten gedacht, die Messe in Zelten im Garten zu machen, aber da hätten wir einigen Teilnehmern absagen müssen.

Welche Kooperationspartner gibt es für die Messe?

Veranstalter sind: das Literaturbüro NRW und Goethe-Museum Düsseldorf in Kooperation mit der Literaturkommission für Westfalen und dem Kulturgut Haus Nottbeck, gefördert durch die Kunststiftung NRW und das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW.

Ein Wort zum Rahmenprogramm?

Geplant sind am Samstagabend Lesungen mit Tilmann Ramstedt, Christoph Peters, Julia Trompeter und Liane Dirks. Sie werden Texte aus einer Anthologie vorstellen, die die Kunststiftung NRW herausgegeben hat.

Am Sonntagmittag steht alles im Zeichen Goethes, als Referenz an das Goethe-Museum, in dem wir ja zu Gast sind. Zum einen werden wir Goetheania aus dem Bernstein Verlag präsentieren, zum anderen erfahren wir alles, was wir über Essen und Trinken beim Geheimrat schon immer wissen wollten. Bereits am Samstagnachmittag werden wir ein Speeddating veranstalten: Verlage und Autoren treffen aufeinander und versuchen im 5-Minuten-Rhythmus, das jeweilige Gegenüber davon zu überzeugen, dass sich eine erfolgreiche Liaison anbahnt.

Können die Verlage verkaufen, muß das Publikum Eintritt bezahlen?

Selbstverständlich die Messe eine Verkaufsmesse, und der Eintritt für die Besucher ist frei.

Die Fragen stellte Ulrich Faure.

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