Der Zauberer unserer Sehnsüchte Quint Buchholz (60)

Quint Buchholz wird heute 60 Jahre alt. Thomas Montasser gratuliert dem Schriftsteller, Grafiker, Maler und Illustrator (u.v.m.) zum runden Geburtstag:

Quint Buchholz

Wer sein Atelier in einem versteckten Hinterhof im schönen Münchner Stadtteil Haidhausen betritt, taucht ein in eine Welt der Wunder. Aufgeräumt: wie der Mensch, so seine Umgebung. Still, licht, verheißungsvoll. In den Regalen neben Büchern und Kalendern zahllose erstaunliche Objekte, kleine Modelle von Räumen, dazwischen ein Hut, bemalt – man kennt ihn von einem seiner berühmten Bilder. An den Wänden lehnen Leinwände, die meisten davon mit dem Rücken  zum Betrachter. Eine oder zwei aber wenden sich dem Besucher zu und ziehen ihn sogleich in eine magische Welt. Denn magische Welten sind es, die Quint Buchholz in seinen Werken entstehen lässt. Es ist – und das ist ein großes Geheimnis – eine Magie, die unerkannt in uns selbst liegt und die wir plötzlich in der Betrachtung seiner Bilder entdecken.

Quint Buchholz, Maler, Grafiker, Illustrator, Schriftsteller und vieles mehr, wurde 1957 in Stolberg bei Aachen geboren, wuchs in Stuttgart auf, studierte in München zunächst Kunstgeschichte, dann Malerei und Grafik.Sein Weg führte ihn von Illustrationen für die Zeitschrift P.M. über Plakate für Amnesty International und die IG Medien und die Zusammenarbeit mit Autoren wie Elke Heidenreich (Nero Corleone) oder Michael Krüger (Wer das Mondlicht fängt) bis hin zu preisgekrönten eigenen Büchern. Sein von Kindern und Eltern gleichermaßen geliebtes Schlaf gut, kleiner Bär wurde zum New York Times-Bestseller. Sein autobiografisch motiviertes Der Sammler der Augenblicke wurde in mehreren Ländern dramatisch adaptiert und als Bühnenwerk bejubelt.

Natürlich hat er etliche Preise gewonnen, darunter den Bologna Ragazzi Award, den Prix Enfantaisie und den Mildred L. Batchelder Award. Natürlich hatte er Ausstellungen von Hamburg bis Taiwan und es kommen ständig neue hinzu. Längst unterrichtet er selbst, sei es in Bogotá, sei es in Bad Reichenhall.

Bei alldem ist Quint Buchholz ein bescheidener, liebenswerter Zeitgenosse geblieben. Der Erfolg scheint ihn immer wieder selbst zu überraschen. Mitunter wirkt er scheu, doch schüchtern ist er nicht, sondern weiß sein Publikum und seine Leser bei Veranstaltungen stets mit wunderbarem Charme zu verzaubern –  als wäre er eben selbst einem seiner Bilder entstiegen, die uns mit Raffinesse und ungeheurer Suggestionskraft in den Bann schlagen. Inzwischen haben Generationen gelernt, die Welt auch anders zu sehen: durch die Bilder von Quint Buchholz, der nicht müde wird, die Welt zu verbessern. Täglich. Aktiv. Ohne ständig auf ihre dunklen Seiten zu verweisen. Sondern mit dem Blick auf das Schöne, das Besondere, das Außergewöhnliche, das wir allzu oft unbeachtet lassen. Quint Buchholz weckt die Phantasie in uns, macht uns neugierig auf das Ungeahnte, Unerhörte. Das einzige, was er nicht akzeptiert, ist das Unvorstellbare. Und wer sich einmal neugierig in seinem Atelier umsehen durfte, der wird sich anschließen. Denn nichts ist unvorstellbar. Und wer die Möglichkeit nicht hat, ihn in seinem Atelier zu besuchen oder  – der naheliegendere Weg – eine seiner zahlreichen Ausstellungen anzusehen, der möge ganz einfach zu einem seiner Bücher greifen.

Lieber Quint, auch wenn es Dir zweifellos unangenehm ist, man kann Dich nicht genügend loben. Es ist mir eine Ehre, dass ich das heute zu Deinem Geburtstag in diesem Rahmen tun durfte. Ad multos annos!

Mit allen guten Wünschen

Dein Thomas Montasser

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