Norbert Schaepe (60)

Norbert Schaepe

Norbert Schaepe wird heute 60 Jahre alt. Als Mitglied des Aufsichtsrats der BAG hat Norbert Schaepe bei deren Übernahme durch die „Mutter“ Börsenverein mit im Kreuzfeuer der Kritiker gestanden und souverän in den Podiumsrunden die Diskussionen geleitet. Auch heute noch lässt ihn die vielleicht schwerste Phase seines Berufsleben nicht los: Alle Dokumente aus dieser Zeit hat er zentral bei sich gelagert und gilt nicht nur deswegen bei seinen damaligen Mitstreitern als ihr „Gedächtnis“.

Über diesen Einsatz für die BAG wird möglicherweise vergessen, was er davor für die Branche geleistet hat. Vor zehn Jahren zum Beispiel war er der erste, der den Lieferstopp für LIBRO, Lion und Amadeus in Österreich und Deutschland veranlasst hatte: Der Aufbau Verlag, für den der heutige Verlagsberater damals tätig war, wurde dadurch der erste, der auf die Preisbindungsverstöße nicht nur mit großen Worten, sondern mit Sanktionen reagierte.

Was ihn heute als Berater auszeichnet, hat er auch damals bei seinem Start bei Aufbau gezeigt: Seine Stärke ist die Analyse und doch das gelassene Handeln. Mit seiner Mischung aus kühler Distanz, Aufmerksamkeit, aber auch Fürsorge für seine Mitarbeiter und sachlicher Entschlossenheit hat er damals dem Verlag Struktur gegeben und dabei bewiesen, dass er perfekt organisieren und delegieren kann. Er dürfte, so eine Beobachterin von damals, „einer der wenigen Leertischler der Branche sein“.

Die ihm oben attestierte Mischung aus „kühler Distanz, Aufmerksamkeit, aber auch Fürsorge“ kann man belegen: Der Mitbegründer auch des DAV war zehn Jahre bei Aufbau, aber mit keinem seiner Kollegen per Du. Allerdings: Was man bewirkt hatte, wird auch heute noch als gemeinsam Erreichtes empfunden – die Erfolgsbücher und die nicht ganz so erfolgreichen, das Einziehen funktionierender Vertriebsstrukturen, die Kooperation mit dem gerade entstandenen Hörverlag als Startrampe für die Gründung des DAV, dessen erster Geschäftsführer er wurde. Das alles hat dazu geführt, dass sich viele Weggefährten von damals noch heute mit ihm verbunden fühlen. Und die verraten: „Kochen kann er übrigens beschämend gut.“

Und auch sein Weinkeller sei Legende: So erinnern sich Vertreter wie LektorInnen gern an die „Grüße aus dem Weinkeller des Vertriebsleiters“ und mit noch größerem Vergnügen an seine gelegentlich vorgetragenen Käpt’n-Blaubär-Repliken. Überhaupt kommen beim Nachfragen immer mehr Anekdoten über den Berliner zu Tage, z.B. sein Tipp an Jutta Schiecke, in Verhandlungen mit Buchhandelsketten die „Dienst-Kalaschnikow“ einzusetzen oder der Hinweis an Monika Rettig, den einen oder anderen Autor „auf den Topf“ zu setzen – dafür durfte er sich im Gegenzug von Gerd Püschel zum „härtesten Vertriebsleiter der Warschauer Vertragsstaaten“ küren lassen.

Die gratulieren ihm zum 60. Geburtstag von Herzen und sagen: „Von diesem Mann können noch viele so manches lernen.“ Aber wie das so ist: Damals gab’s das kostenlos durch die Zusammenarbeit oder Auseinandersetzung mit ihm. Heute gibt’s das nur noch gegen Rechnung: Norbert Schaepe ist gefragter Verlagsberater mit Büros in Berlin und Augsburg.
CvZ

Kontakt: kontakt@norbertschaepe-beratung.de

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