Klaus Humann (60)

Klaus Humann
© Julia Zenk

Klaus Humann wird heute 60 Jahre alt.

Humanns Verlagskarriere begann mit einer Verlagsbuchhändlerlehre bei Rowohlt. Sein Onkel Edgar Friederichsen hatte sich dort übrigens viele Jahre zuvor als Herstellungsgeschäftsführer die Leimrücken für die Rotationsromane ausgedacht. Nach einer Zeit als freier Lektor kehrte Humann zurück nach Reinbek, diesmal als Lektor für „Rowohlt Aktuell“ und als Erfinder der Sparte „Rock Session“.

Dann der Wechsel ins Kinderbuchsegment: Für S. Fischer sollte er die Schatzinsel aufbauen. Was als Taschenbuch-Programm begann, wurde bald ums Hardcover erweitert – Humann hatte schnell gemerkt, dass die interessanten Lizenzen auf dem freien Markt nicht eben üppig gesät waren.

1997 wurde der gebürtige Hamburger Carlsen-Verleger. Das Unternehmen war damals deutlich kleiner, verlegte Kochbücher, „Das Jahr im Bild“, Mass-Market-Titel und vereinzelt ambitionierte Bilderbücher. „Es fehlte die Richtung“, sagt Humann heute. Dafür habe es aber jede Menge Ideen und hungrige Lektorinnen und Lektoren gegeben.

1998, diese Geschichte ist viele Male erzählt worden, erschien der erste Harry Potter-Band. Humann hatte, auch aufgrund von Kontakten aus seiner Zeit bei Fischer, den Zuschlag für den Zauberlehrling erhalten und dafür ordentlich Geld in die Hand genommen.

Die weitere Verlagsvita ist ebenfalls bekannt: Carlsen wuchs in Schwindel-erregendem Tempo. Seither spricht man in der Geschichte des Buchhandels von den „Harry Potter-Jahren“ – jenen, in denen ein neuer Band erschien, Carlsen vorübergehend Marktführer Ravensburger ablöste und die Umsatzstatistiken der Branche in die Höhe schnellten.

Doch auch in der „Nach-Harry-Potter-Zeit“ riss im Team das Gespür für Bestseller-Stoffe nicht ab: Nach den sieben fetten Potter-Büchern folgten vier üppige Stephenie-Meyer-Bände, vor zwei Tagen ist ein weiteres „Bi(s)s“-Buch erschienen. Und mit seinem englischen Kollegen Barry Cunningham hat Klaus Humann jüngst ein neues Projekt angestoßen: Im Frühjahr erschien das erste Chicken House-Programm unter dem Dach von Carlsen (s. dazu auch im Juni-BuchMarkt S. 92f.)

2009 wurde Klaus Humann von BuchMarkt zum Verleger des Jahres gewählt. Und verriet dort in einem Artikel (12/2009) sein Credo: „Verrückt sollen sie sein, die vorbildlichen Verleger. Sich nicht beirren lassen. Treu sollen sie sein zu ihren Autoren. Und einfallsreich, wenn es darum geht, immer neue Absatzmöglichkeiten für ihre Bücher, ihre Autoren zu erkunden.“

Kontakt: Klaus.Humann@carlsen.de

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