Günter Berg (50)

Günter Berg

Günter Berg wird heute 50 Jahre alt. Sein Freund und Kollege Markus Klose gratuliert dem Programmgeschäftsführer bei Hoffmann und Campe zum runden Geburtstag:

In der linken Hand liegt das iPhone. Mit dem Zeigefinger der rechten werden ganz unterschiedliche Flugzeuge und Hubschrauber auf verschiedene Landebahnen geführt. Aufgabe ist es, sie sicher landen zu lassen und keinen Crash in der Luft oder am Boden zu verursachen. 62 (!) hat Günter Berg ohne Unfall geschafft und ist damit Second Officer.

Ganz unterschiedliches in kurzer Zeit in hoher Frequenz und großer Menge miteinander zu koordinieren, das Gesamte zu dirigieren und schließlich all das erfolgreich landen zu lassen, das ist ganz ohne Frage eines der großen Themen im Leben meines Kollegen und Freundes Günter Berg.

Es ist ein langer Weg bis zum Piloten. Der begann mit einem Studium in Marburg, aber schon 1990 rief ihn Siegfried Unseld als Lektor in den Suhrkamp Verlag – in dem er nach dem Aufbau der Abteilung „Neue Medien“ und der Leitung des Suhrkamp Taschenbuchverlages schließlich Verlagsleiter und Geschäftsführer von Suhrkamp und Insel wurde. Mitte 2004 – der Beginn unserer Zusammenarbeit hier in Hamburg – übernahm er dann die verlegerische Verantwortung als Programmgeschäftsführer beim Hoffmann und Campe Verlag.

Und von Beginn an war klar: Hier ist einer, der Lust hat an kompliziertesten Landevorgängen, der keine Angst hat vor der Synchronisation verschiedenster Themen und unterschiedlichster Autoren. Der mit Energie und Leidenschaft den Verlag gestalten und prägen will. Seine Neugier, seine Lust auf Neues sind groß. Ob es eine skandalträchtige Biografie über Michael Jackson ist, die editorisch anspruchsvolle Werkausgabe von Walter Helmut Fritz, eine anmutige Zusammenstellung der schönsten Liebesgedichte von Heinrich Heine oder ob es Neuentdeckungen in der deutschen Gegenwartsliteratur sind: All diesem unterschiedlichen wendet er sich mit Hingabe zu und gibt ihm seinen eigenen Raum in dem Verlag, den er denkt: einen (eine Lieblingsvokabel von ihm) „anständigen“ Verlag.

Dabei behält er die Flight Control am Boden, hebt nie ab, wenn er auch manchmal in die Luft geht. es ist nicht immer leicht, mit ihm zusammenzuarbeiten. er will stets viel, nein, alles. Er fordert sich selbst, aber auch die, die ihn umgeben. Er hat große Ziele und geht davon aus, dass ihn bei der Erreichung dieser alle unterstützen. Autoren können sich dabei stets auf ihn verlassen. Für ihn stehen sie immer im Mittelpunkt. er liest, die ganze Zeit liest er. Er hat wahrscheinlich hundert Google-Alerts, ist tätiger Follower bei verschiedenen Twitter Accounts, Tages- und Wochenzeitungen sind genauso Standards wie wesentliche Bücher. und nicht zuletzt ist er auch ein echter Netzwerker, stellt Verbindungen her, stößt da was an und hilft dort mit seinen Kontakten aus. Alle, die mit ihm zusammenarbeiten, wissen das und freuen sich auch daran.

Er hat auch Faible für Technik: Ein festplattenbestückter Fernseher, der zeitversetztes Sehen einer Sendung auch dann möglich macht, wenn ein Telefonat dazwischenkommt, erfreut ihn. Es ist eben nicht nur das Feuilleton, das er täglich studiert. Auch der Dienstags-FAZ mit dem Teil „Technik und Motor“ gilt seine ganze Aufmerksamkeit. Besprechungen über neue Rotiersysteme in Windkrafträdern oder neue Metalllegierungen bei z.B. Motorsägen faszinieren ihn. Die Verlegung dieses Teils auf den Samstag empörte ihn. Mich auch. Wir schrieben Leserpost an die FAZ. Und nun, nach wenigen Monaten der Verwirrung, ist er wieder da, wo er hingehört.

Das große Glück seines Lebens ist ganz sicher seine Familie. Mit seiner Frau Susanne, die er auf einem Fest des Piper Verlags kennengelernt hat, hat er fünf Kinder: Maxi, Nora, Leo, Josephine und Louise. Er kümmert sich, er ist präsent bei seiner Familie – mal als Logistikdienstleister, wenn es um die Anreise zum Fußballtraining von Leo geht, mal als Arzt, wenn die Kita anruft und es Phinchen nicht richtig gut geht, mal als Familienkonferenzler, wenn es um die Beruhigung verschiedener kleiner und großer Streite geht: Immer aber als stolzer Vater und liebevoller Erzieher.

Und hier dann doch zu erstaunlichen Kompromissen bereit. Denn wer ihn an seinem Ehrentag anrufen will, wird sich Popmusik von Pink anhören müssen, die über den Anrufton gelegt ist. Eine, sagen wir mal, Herausforderung für die Ohren. Aber von den Kindern so eingerichtet, lässt er es, so, wie es ist. Ich gratuliere deshalb lieber hier und wünsche Dir 100 Flugzeuge bei Flight Control – dann bist Du endlich First Officer!

Kontakt: guenter.berg@hoca.de

Möchten auch Sie jemandem aus Ihrer Buchhandlung/Ihrem Verlag zum „Runden Geburtstag“ gratulieren? Dann mailen Sie uns einen kleinen Text und ein Foto des Jubilars/der Jubilarin: redaktion@buchmarkt.de, Stichwort: Runde Geburtstage

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