Anke Naefe über den 14. Azubitag in Münster, der den Auszubildenden neue Impulse für ihre Ausbildung geben soll „Wir wollen für die Buchbranche begeistern!“

Am 28. August 2022 laden die Regionalgeschäftsstelle NRW des Börsenvereins mit dem Coppenrath Verlag die Auszubildenden aus der Buchbranche in Nordrhein-Westfalen zum bereits 14. Azubitag nach Münster ein. Was macht diesen Tag so besonders und wie kam dieser Tag in den vergangenen Jahren bei den Auszubildenden überhaupt an? Wir sprachen dazu mit Anke Naefe, Referentin Presse, Bildung und Projekte beim Börsenverein:

Anke Naefe: „Spannende Einblicke, neue Kontakte und unmittelbarer Austausch mit den Verlagskolleg*innen. Und die Verlagsräume von Coppenrath sollte man einmal im Buchhandelsleben vor Ort gesehen haben“ (c) privat

BuchMarkt: Ist die Vorfreude groß?

Anke Naefe: Ja, unbedingt! Seit Corona haben wir unsere Veranstaltungen für den Branchennachwuchs auch nur digital durchführen können und jetzt bei Coppenrath in Münster zu Gast zu sein, ist auf jeden Fall etwas Besonderes.

Welches Thema steht dieses Mal im Mittelpunkt?

Nonbooks! Dafür ist der Coppenrath Verlag mit der Edition „Die Spiegelburg“ prädestiniert. Die Teilnehmer*innen erfahren, wie neue Figuren entwickelt werden und welche Rolle Nachhaltigkeit und Produktsicherheit dabei spielen. Außerdem gibt es Tipps für die Präsentation am POS.

Der Speicher des Coppenrath Verlags © Klaus Altevogt

Was ist seit Beginn an, also seit 2010, die Idee hinter diesem besonderen Tag, der einmal im Jahr – immer woanders – stattfindet?

Ursprünglich fand der Azubitag immer parallel zur Bücherbörse in Oberhausen statt. Die Auszubildenden haben ihre Chef*innen begleitet und an den Vertreter*innengesprächen teilgenommen. So ergab es sich, dass die Geschäftsstelle des Börsenvereins in Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit den Ausrichtern der Bücherbörse ein zusätzliches Angebot für die Azubis geschaffen hat, um ihnen ein Praxisthema näher zu bringen oder über den Tellerrand zu schauen. Durch Corona hat es sich ergeben, dass wir nun unabhängig von der Bücherbörse eine Veranstaltung organisieren und dieses Jahr gleich zwei, da unser großes Nachwuchscamp erst im kommenden Jahr wieder stattfindet.

Klingt auch aufwändig. Wer finanziert das Ganze denn und wechseln die Kooperationspartner von Jahr zu Jahr?

Es gehört selbstverständlich zu unseren Aufgaben als Regionalgeschäftsstelle für den Branchennachwuchs Angebote vor Ort zu schaffen und Veranstaltungen zu planen. Die Partner (meist ein Verlag) wechseln immer. An dieser Stelle nutze ich gerne die Gelegenheit und danke für das große Engagement der Beteiligten. Verlage kommen auch auf uns zu und fragen, ob wir nicht einmal etwas zusammen machen wollen – so war es auch diesmal. Sie profitieren auch selbst von dem Austausch mit den Azubis, bekommen unmittelbares Feedback und auf der anderen Seite lernen die Auszubildenden die Verlage und ihre Programme besser kennen.

Hat sich der Leitfaden und der Ansatz über die vielen Jahre auch verändert und weiterentwickelt?

Grundsätzlich geht es um das Vernetzen und Kennenlernen von Neuem, den Austausch untereinander auch mit den erfahrenen Kolleg*innen. So bekommen die Azubis neue Impulse für ihre Ausbildung, bringen Ideen in die Betriebe zurück. Dies ist verbunden mit der Hoffnung, dass sie der Branche treu bleiben, wenn sie bereits in der Ausbildung vielseitige Einblicke erhalten haben. Perspektiven für die Zeit nach der Ausbildung schaffen, die Branche als attraktive Arbeitgeberin darstellen – das ist besonders in Zeiten von Personalmangel immens wichtig. Wir wollen für die Buchbranche begeistern!

Es geht also primär um den Austausch innerhalb der Buchbranche. Braucht es da denn wirklich einen ganzen Tag für?

Im Grunde ist es ein halber Tag – dieses Mal von 12 bis 17 Uhr, damit man gut mit dem 9-Euro-Ticket nach Münster an- und abreisen kann. Aber Azubi-Halb-Tag oder Azubi-Nachmittag klingt nicht so schön. Sonntag hat sich auch als Tag gut eingespielt, da sich dann niemand einen Tag freinehmen muss – aber es soll nicht unerwähnt bleiben, dass wir es toll finden, dass die Azubis diesen Tag mit uns verbringen.

In den letzten beiden Jahren hat der Azubitag online stattgefunden – funktioniert auch das?

Ja, sehr gut sogar. Als Themen hatten wir die Lesemotive mit MVB und Veranstaltungsorganisation mit Katja Schmidt von Penguin Random House. Beides Themen, die sich sehr gut in einem Online-Workshop gestalten lassen, in dem auch Gruppenarbeiten möglich sind. Und zum Abschluss gab es digitale Lesungen – beide Termine waren gut besucht. Das Thema Nonbooks bei Coppenrath ist eher „etwas zum Anfassen“ und dadurch nicht digital möglich.

Wie sind denn die Resonanzen der Azubis und wie groß ist die Teilnehmerzahl?

Wir haben bereits jetzt 30 Anmeldungen erhalten, was mich sehr freut, denn alle müssen anreisen, den Sonntag zusätzlich investieren und Corona ist leider auch noch nicht vorbei. Aber es sind noch ein paar Plätze frei und bis zum 17. August ist die Anmeldung noch über unsere Internetseite (https://www.boersenverein-nrw.de/veranstaltungen-termine/detailseite/28-08-2022/non-books-in-szene-setzen/) möglich.

Wie sieht’s mit den Kosten für die Azubis aus?

Für sie gibt es keine Kosten, außer der Anreise.

Fallen Ihnen 3 Argumente ein, die explizit FÜR den Azubitag sprechen?

Spannende Einblicke, neue Kontakte und unmittelbarer Austausch mit den Verlagskolleg*innen. Und die Verlagsräume von Coppenrath sollte man einmal im Buchhandelsleben vor Ort gesehen haben.

Ihr Appell an die jungen Menschen aus der Buchbranche?

Nutzen Sie die Angebote des Verbandes – in diesem Jahr gibt es zum Beispiel noch das Nachwuchstreffen in Berlin oder in Bayern einen Verlagsbesuch. Über das Nachwuchsparlament wurde kürzlich erst berichtet, und nächstes Jahr ist wieder Nachwuchscamp- und Book your Career-Jahr. Dort lernt man nicht nur viele neue Kolleg*innen kennen, sondern erlebt auch die Vielfalt der Branche.

Kommentare (1)
  1. Toi toi toi, freue mich, dass meine Idee – Zuhören bei den Einkaufsgesprächen, geboren bei der VertreterBörse in Gelsenkirchen – weiterlebt und so ausgebaut wird. Der Start war übrigens noch ohne Landesverband.
    Und wie ich Wolfgang Hölker kenne wird er mit seinem Team ein
    wunderbares Überraschungsfeuerwerk zünden.

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