Gestorben Thomas Rosenlöcher

Der Lyriker, Essayist, Erzähler und Kinderbuchautor Thomas Rosenlöcher, geboren am 29. Juli 1947 in Dresden, ist am 13. April 2022 in Kreischa gestorben. Die Akademie der Künste trauert um den Künstler, der seit 2004 ihr Mitglied war:

„Thomas Rosenlöcher absolvierte 1967 eine Ausbildung zum Handelskaufmann. Nach Wehrdienst und Abitur studierte er von 1970 bis 1974 Betriebswirtschaft und war anschließend als Arbeitsökonom tätig. Nach ersten Schreibversuchen folgte von 1976 bis 1979 ein Studium am Literaturinstitut Leipzig und anschließend eine Mitarbeit am Kinder- und Jugendtheater Dresden. Seit 1983 war er freier Schriftsteller, ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen. Zu seinen wichtigsten Arbeiten zählen Ich lag im Garten bei Kleinzschachwitz. Gedichte & zwei Notate (1982), Die verkauften Pflastersteine. Dresdner Tagebuch (1990), Ostgezeter. Beiträge zur Schimpfkultur (1997), Das Flockenkarussell. Blüten-Engel-Schnee-Gedichte (2007), Der Mann, der lieber tot sein wollte, Kinderbuch (2010) und Hirngefunkel, Gedichte (2012).

Das Thomas-Rosenlöcher-Archiv befindet sich in der Akademie der Künste. Es enthält Werkmanuskripte, Tagebuchaufzeichnungen, Notizhefte, Rezensionen, persönliche Unterlagen und Fotos. Ebenfalls archiviert ist seine Korrespondenz mit Schriftstellerkollegen, wie z. B. mit Volker Braun, Robert Gernhardt, Durs Grünbein, Wolfgang Hilbig, Rainer Kirsch, Sarah Kirsch, Uwe Kolbe, Peter Rühmkorf sowie mit Siegfried Unseld.“

Kerstin Hensel, Direktorin der Sektion Literatur der Akademie der Künste, über Thomas Rosenlöcher: „Aus seinem sächsischen Kaff heraus sah er lustvoll und mit spöttischem Scharfblick die Welt, die ihm nicht immer behagte. Er war ein selbstironischer Kauz, kritischer Chronist, eigenwilliger Landschafts- und Kunstbetrachter. Thomas Rosenlöchers streng formbewusste, gleichsam heitere Dichtung zielt über das an Verlustmeldungen reiche Jahrhundert.“

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